Potsdam und Havelland mit Fläming

Im Auftrag ihrer Majestäten

Ausstellung 2017: „Pückler. Babelsberg – Der grüne Fürst und die Kaiserin“

Wenn zwischen April und Oktober Gartenfreunde aus aller Welt zur Internationalen Gartenbau-Ausstellung nach Berlin-Marzahn strömen, wird sich auch in Potsdam eine gärtnerische Sensation abspielen. In dem teilweise wieder zugänglichen Schloss Babelsberg findet dann die Ausstellung „Pückler. Babelsberg – Der grüne Fürst und die Kaiserin“ statt. Herausragendes Exponat der Ausstellung sind die von Fürst Pückler geschaffenen Anlagen des Parks Babelsberg. Über 25 Jahre lang, zwischen 1842 und 1867, gestaltete er die wilde Hügellandschaft entlang Glienicker Lake und Tiefem See zu einem märchenhaft-romantischen Park mit Bauten darin, deren Architektur sich an englischen und deutschen Baustilen des Mittelalters orientierten.

Auftraggeber waren Wilhelm I., Zweitgeborener der legendären Königin Luise, der durch schwere Krankheit seines älteren Bruders auf den preußischen Königsthron gelangte. Reichskanzler Bismarck schuf später die Voraussetzung dafür, dass aus dem preußischen König ein deutscher Kaiser wurde, der bis 1888 regierte. Es war jedoch nicht dieser Mann, der das Sagen bei der Ausgestaltung von Schloss und Park Babelsberg hatte, sondern dessen Ehefrau. Sie hieß Augusta und entstammte der Herzoglichen Familie von Sachsen-Weimar-Eisenach. Als kleines Mädchen saß sie beim alten Goethe auf dem Schoß und lies sich vorlesen. Sie war sehr intelligent und hatte als Kind viel vom Geist der Weimarer Klassik aufgenommen. Das hatte sie jedoch über das übliche Maß hinaus selbstbewusst gemacht.

Sie war – freundlich ausgedrückt – kapriziös. Das bekamen auch die ursprünglichen Schöpfer der Potsdamer Kulturlandschaft, Schinkel und Lenné, zu spüren. Der bedeutendste Architekt Preußens hatte auf Wunsch der Bauherrin dem ursprünglich klar gegliederten Schloss immer wieder neue Türme, Erker und Anbauten hinzuzufügen, dass er den verspielten Gebäudekoloss schließlich nicht mehr in sein Werkverzeichnis aufnahm. Und der große Gartenarchitekt wurde ganz und gar geschasst. Für ihn kam Fürst Pückler. Im Fall des Parks Babelsberg war das vielleicht nicht von Übel, denn so kam eine neue Facette in die Parklandschaft rund um Potsdam. Die Ausstellung im Sommer 2017 erzählt vom ebenfalls nicht konfliktfreien Verhältnis zwischen Pückler und Lenné.
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calendar Ausstellung „Pückler. Babelsberg – Der grüne Fürst und die Kaiserin“
Sonderöffnung Schloss Babelsberg: 29. April–15. Oktober Di–So 10–18 Uhr
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro
Auf Grund des unsanierten Zustandes der Räume im Schloss Babelsberg ist die Ausstellung leider nicht barrierefrei zugänglich.

mail Schloss Babelsberg
Park Babelsberg 10, 14482 Potsdam
Tel. (03 31) 96 94 200, www.spsg.de

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