Kanutour: Preussische Zeiten

Bei dieser Rundtour durch das Rhinluch erleben Sie eine besondere Naturlandschaft und lernen preußische Geschichte kennen. Nach der Eiszeit entstand hier ein sumpfiges Gebiet, das vom Fluss Rhin durchzogen wurde, ein sogenanntes Flachmoor. Preußenkönig Friedrich II. ließ es mit hunderten Gräben trockenlegen. Siedler bewirtschafteten das neu gewonnene Land. Sie stachen Torf, damals wertvoller Brennstoff, was die Landschaft prägte. Heute sind die feuchten Wiesen des Rhinluchs Kulisse eines besonderen Naturschauspiels: Im Herbst rasten hier tausende Kraniche und Wildgänse, die mit großem Getöse in ihre Schlafplätze einfliegen. Im Sommer können Sie Weißstörche beobachten und mit etwas Glück auch Seeadler, Sumpfschildkröte und Fischotter. Also – ran an die Paddel im Kanucamp Altfriesack. Fahren Sie mit dem Regional-Express RE 6 bis Wustrau- Radensleben, dann sind es noch zehn Minuten zu Fuß.

Altfriesack

Die Richtung der Rundtour sollten Sie je nach Wind und Wellenschlag bestimmen. Bei NW-Wind starten Sie am besten über den Bützsee, bei O-Wind über den Ruppiner See. Gleich zu Tour-Beginn präsentiert sich das alte Fischerdorf Altfriesack mit seinen Highlights: Erst geht es durch die Schleuse Altfriesack, vorbei an der Figur des Götzen, und gleich dahinter durch die Klappbrücke zum Ruppiner See.

Ruppiner See, Wustrau

Der Ruppiner See ist mit 14 Kilometern der längste See Brandenburgs. Sie durchpaddeln jedoch nur seine Südspitze und biegen links in den schmalen Wustrauer Rhin mit naturbelassenen Ufern. Achtung: Am Mühlenwehr an der Alten Mühle müssen Sie die Boote etwa 200 Meter umtragen! Planen Sie in Wustrau einen Landgang ein zum Brandenburg- Preußen Museum, zum Schloss (Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie) des Husarengenerals Zieten, einem väterlichen Freund Friedrichs II., und zur Kirche.

Wustrauer Rhin

Der Wustrauer Rhin ist schmal und oft verkrautet – Motorboote dürfen hier übrigens nicht fahren. Im Frühjahr und nach Starkregen müssen Sie mit Strömungen rechnen. Es paddelt sich nicht ganz so leicht – dafür aber werden Sie mit herrlicher Landschaft versöhnt: Schnurgerade Kanäle durchziehen das flache Land, umrahmt von Bäumen und Büschen, dazwischen Wiesen und Weiden.

Fehrbelliner Kanal und Fehrbellin

Nach etwa sechs Kilometern verlassen Sie den Wustrauer Rhin und paddeln links in den Fehrbelliner Kanal. Wer mag, kann am Ende des Kanals nach rechts in den Alten Rhin schwenken, rund acht Kilometer nach Fehrbellin paddeln, am Bollwerk anlegen und sich die Stadt mit imposanter Stüler-Kirche und dem Kurfürstendenkmal ansehen. Fehrbellin war immer ein bescheidenes Städtchen – bekannt wurde es durch die Schlacht bei Fehrbellin 1675, als Kurfürst Friedrich Wilhelm die zahlenmäßig weit überlegenen schwedischen Eindringlinge schlug.

Alter Rhin und Linum

Ohne Abstecher geht es linker Hand weiter auf dem Alten Rhin durch eine urwüchsige, sumpfige und unbewohnte Landschaft. Teilweise liegt das Gelände tiefer als der Alte Rhin, dessen Wasser durch Dämme gehalten wird. Sie passieren die Schleuse Hakenberg. Wer nicht warten will, setzt sein Boot selbst um. Ab der Schleuse schlängelt sich der Alte Rhin kurvig durchs Land und passiert die Linumer Teiche. Sie gehören zum Europäisches Vogelschutzgebiet, dem größten Kranichrastplatz Brandenburgs. Im Teichland Linum mit 36 Teichen können Sie Vögel beobachten, angeln, Fischgerichte kosten und am Biwakplatz übernachten. über den Amtmannkanal gelangen Sie nach ca. drei Kilometern ins Storchendorf Linum. Mehr als zehn Paare ziehen jedes Jahr ihre Jungen groß. Im Naturschutzzentrum Storchenschmiede informiert der NABU über die Vögel (www.berlin.nabu.de). Sind die Störche Mitte August weg, kommen die Kraniche, die hier zu Tausenden in den feuchten Niederungen rasten.

Paddeln Sie weiter auf dem Alten Rhin. Sumpfgelände und natürliche Ufer prägen die unbewohnte Gegend. Nach etwa einem Kilometer unterqueren Sie die Wallbrücke und gelangen schließlich zu einer Gabelung – rechts geht es auf dem Kremmener Rhin in die Stadt Kremmen mit dem historischen Scheunenviertel, links in den Bützrhin Richtung Altfriesack, wo sich der Rundkurs schließt.

Bützrhin und Bützsee

Kurvenreich schlängelt sich das Flüsschen Bützrhin bis zum drei Kilometer langen Bützsee. Der See ist so flach, dass Tonnen die Fahrrinne für Motorboote markieren müssen. Sie paddeln rechts vorbei an einer kleinen Insel, einem Naturschutzgebiet, und setzen die Boote wieder am Kanucamp Altfriesack aus.

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