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Einfach losfahren!

Unterwegs auf der FONTANE.RAD-Route

Die Fontan e.Rad-Route verknüpft auf ihrer 300 Kilometer langen Hauptroute Orte im Havelland und im Ruppiner Seenland, die allesamt mit Theodor Fontane oder seinen literarischen Werken zu tun haben. Hinzu kommen noch sieben reizvolle Tagestouren links und rechts des Hauptweges. Dabei folgen alle Strecken bereits bekannten Radwegen, die im Knotenpunktsystem vernetzt sind.

Wir haben uns die Teilstrecke von Neuruppin nach Rheinsberg ausgeguckt: In Neuruppin hält der Regional-Express RE 6 am Bahnhof Rheinsberger Tor und in Rheinsberg die Regionalbahn RB 54. Das passt super. Was? Nur 29 Kilometer radeln? Die schaffen wir locker! Logisch, dass wir uns vorher die Fontanestadt angucken: Fontanes Denkmal, sein Geburtshaus mit Löwenapotheke und das Alte Gymnasium, Tempelgarten, Klosterkirche und das Museum sind im Fontane-Jahr quasi ein Muss.

Dann geht’s los stadtauswärts Richtung Alt Ruppin. Der Neuruppiner Ortsteil liegt hübsch am nördlichsten Zipfel des Ruppiner Sees inmitten zweier Arme des Flusses Rhin. Doch wir biegen vor dem Ort links in den Wald. Ich habe mir extra die Knotenpunkte aufgeschrieben: 02-75- 74-82-81-80. An der Schleuse Quäste erster Halt. Hier gibt’s in der Saison immer was zu gucken. Wir grüßen die Freizeitkapitäne mit einem fröhlichen „Hallo“ und bekommen winke-winke zurück. Parallel zum Molchowsee geht es nun durch den Wald. Tief einatmen! Ist es warm, kitzelt leichter Nadelduft die Nase. Nach Regen riecht der Wald erdig und schwer. Ich liebe diese Waldluft! Molchow empfängt uns träge im Mittagsschlaf. Auf dem Dorfplatz steht ein hölzerner Glockenturm, dabei besaßen die Molchower nie eine Kirche. Hatte Fontane nicht spöttelnd die Geschichte erzählt? Mein Begleiter zückt ein Fontane-Büchlein und rezitiert mit Pathos „Und fragst du doch: den vollsten Reiz. Wo birgt ihn die Ruppiner Schweiz? Ist's norderwärts in Rheinsbergs Näh'? Ist's süderwärts am Molchowsee? …“ Ich muss lachen und wir radeln weiter.

Ein mit Obstbäumen gesäumter Weg bringt uns nach Krangen – schade, die Äpfel sind noch nicht reif – und von dort weiter durch ein Waldgebiet nach Zippelsförde. Für Angler ist der Ort am Rhin ein wahres Eldorado: In den Teichen tummeln sich Forellen, Welse, Karpfen, Beluga-Störe. Ich kaufe mir ein Fischbrötchen und schaue neugierig zu. Zappelt da was am Haken?

Eine dicke Forelle etwa? Ich erfahre es leider nicht, denn mein Begleiter guckt mahnend auf die Uhr. Okay, weiter geht es mehr oder weniger parallel zum Flüsschen Rhin, das sich kurvenreich durch die Landschaft schlängelt. Aber – wir sehen es nicht. Wir radeln schweigend durch den stillen Wald und ich bemühe mich, mal an nichts zu denken. Einfach den Kopf frei kriegen. Herrlich! Wir passieren das Runddörfchen Zechow mit roter Backsteinkirche und erreichen kurz darauf die Untermühle mit ihren schmucken Erholungsgrundstücken. Ach, hier gibt es auch eine Kanustation? Muss ich mir merken für die nächste Bootstour.

Die Lindenallee führt uns direkt zum berühmten Schloss Rheinsberg. Den Schlosspark dürfen wir aber nur zu Fuß durchstreifen. Also schließen wir die Räder an, bummeln auf den Alleen ganz wie Preußens Kronprinz Friedrich und Prinz Heinrich und genießen die herrliche Nachmittagssonne. Was hat Fontane nicht alles über das Leben am Hofe berichtet, getratscht und geklatscht. Hat er nicht auch vom Essen im Rheinsberger Gasthaus „Ratskeller“ geschrieben? Ich kriege Hunger Maria Marggraf

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