Am Ziegeleipark Mildenberg

Radwege vom Feinsten

Im Gespräch mit Kathleen Krohn, „Chefin“ der Rad- und Wanderwege im Landkreis Oberhavel

Rund 1.000 Kilometer touristische Radrouten durchziehen den Landkreis Oberhavel. Gleich fünf beliebte Radfernwege – Berlin-Kopenhagen, der Havelradweg, die Tour Brandenburg und zwei Routen der historischen Stadtkerne – führen hindurch. In der Saison 2019 kommt die Fontane .rad-Route neu hinzu. Von Kathleen Krohn, Sachbearbeiterin Kreisentwicklung und Kreiswegewart im Landkreis Oberhavel, wollten wir wissen:

Was hat ein Kreiswegewart so zu tun?

Das wird in den Verwaltungen ganz unterschiedlich gehandhabt. Bei uns im Landkreis Oberhavel bin ich vor allem für die Entwicklung des Rad- und Wandertourismus zuständig. Das heißt, ich plane neue touristische Produkte auf unserem vorhandenen Wegenetz, weitere Routen und Ausschilderungen. Dabei stimme ich mich mit den Kommunen ab, die die Wege instandhalten – bis auf die straßenbegleitenden Radwege an den Kreisstraßen, für die wir komplett zuständig sind. So haben wir zum Fontanejahr gemeinsam mit den Landkreisen Ostprignitz- Ruppin und Havelland sowie der Stadt Potsdam die FONTANE.RAD-Route entwickelt, die bis zur Radsaison beschildert wird. Wir konzipieren auch gerade einen neuen Rundwanderweg. Da muss ich noch die Strecke zwischen Wustrau und Liebenberg planen und überlegen, wo Bänke zum Ausruhen und Schilder hinkommen.

Die Wege müssen ja in Schuss gehalten werden. Gehört das auch zu Ihren Aufgaben?

Nicht direkt. Ich prüfe aber, was es für finanzielle Optionen und Fördermöglichkeiten gibt, und stelle die Anträge, auch für die Kommunen. Aktuell beschäftigen wir uns gerade mit der Modernisierung der Radfernwege. Wir schauen also genau hin: Wo gibt es Schäden, z.B. durch Wurzeln der nahestehenden Bäume? Dort wird dann eine Wurzelschutzfolie eingefräßt, um die Radwege vor Aufbrüchen zu schützen und damit die Instandhaltungskosten zu senken. Oder wir gucken, wo noch Lücken geschlossen werden müssen, wo z.B. noch Sandwege zu asphaltieren sind. Das Land Brandenburg fördert solche Maßnahmen.

Vor knapp zwei Jahren haben Sie die Knotenpunktwegweisung eingeführt.

Eine tolle Sache. Da hängt ein bisschen mein Herz dran. Dafür habe ich gemeinsam mit den Kommunen 129 Knotenpunkte auf Wegen in unserem Landkreis festgelegt. Jetzt organisiere ich jedes Jahr Touren beim gemeinsamen Anradeln im Frühjahr, um dieses System vor allem auch bei unseren Einheimischen bekannter zu machen. Warum sollen z.B. die Oranienburger nicht mal mit dem Zug nach Fürstenberg/Havel fahren und dann mit dem Rad die Region erkunden? Sie suchen sich eine Route auf der Karte raus, die sie noch nicht kennen, schreiben sich die Zahlen auf und los geht’s! Das ist ganz einfach und macht Spaß.

Also sind Sie rundum zufrieden mit dem Rad- und Wanderwegenetz?

Ja, schon. Ich finde, wir haben genügend Qualitätswege, Routen und Logos. Was mir noch fehlt, sind regionale Thementouren. Ich wünsche mir z.B. kreative Hoteliers, die eine Spargel-Radtour rund um Kremmen zu den Spargelfeldern und zum Spargelhof entwickeln und anbieten. Oder eine Kirchentour. Wir haben so tolle Dorfkirchen in der Region wie die Löwenberger Feldsteinkirche, die Schlosskapelle in Dannenwalde oder die Fachwerkkirche in Bredereiche. Die könnte man noch viel mehr in den Fokus rücken. Und durch die Knotenpunktwegweisung ist auch keine zusätzliche Beschilderung notwendig.

Ihr Tipp für Radler?

Wer Strecke machen will, z.B. auf dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen, der soll Strecke machen, um schnell in die dänische Hauptstadt zu gelangen. Ansonsten aber denke ich, sollte eine Tagestour so um die 40 Kilometer lang sein. Das schafft jeder Radler ganz bequem und es bleibt genügend Zeit, sich Kleinode am Wegesrand anzuschauen, im Sommer baden zu gehen und in einem unserer Gasthöfe einzukehren oder auf der Wiese, im Wald zu picknicken.

Welche Strecke gehört zu Ihren Lieblingstouren?

Ich wohne in Zehdenick und mag vor allem unsere Tonstichlandschaft. Solch prägnante Kulturlandschaft mit den vielen kleinen Gewässern findet man nur selten. Und mit meiner siebenjährigen Tochter mache ich gern mal die Tour zur Waldschule Briesetal und zum Kinderkletterwald. Da können wir radeln und zwischendurch spielen und klettern.

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