Geschichte trifft Moderne

500 Jahre Sankt Marien und 100 Jahre Bauhaus in Bernau

Die Stadt Bernau bei Berlin begeht in diesem Jahr gleich zwei große Jubiläen: Anno 1519 wurde die imposante Kirche St. Marien fertiggestellt, deren Bauanfänge ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Und wenn in diesem Jahr 100 Jahre Bauhaus in den Fokus rückt, dann darf auch die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes nicht fehlen – vom Bauhaus Dessau konzipiert, wurde sie im Mai 1930 fertiggestellt. Im Jubiläumsjahr laden die beiden bekanntesten Baudenkmäler Bernaus ein zu Veranstaltungen und Besichtigungen.

Die vierschiffige Hallenkirche St. Marien mit Chorumgang beeindruckt durch ihre Größe und die reiche sakrale Ausstattung aus dem 15. und 18. Jahrhundert. Kostbar ist der spätgotische Marienaltar mit Bildtafeln aus der Schule Lukas Cranachs d. Ä. Das ganze Jahr über finden hier zahlreiche Konzerte statt. Besonders erwähnenswert sind die Orgelkonzerte im Festmonat September.

Der Bogen spannt sich zur bewegten Geschichte der Bundesschule Bernau und ihrer Architekten: Hannes Meyer war während der Planung des Gebäudes Direktor des Bauhauses und Hans Wittwer Meister der Bauabteilung. Der Komplex von Lehr- und Verwaltungsgebäuden im Norden Bernaus verbindet modernes Wohnen und Lernen mit Erholen in der Natur. Seit 2017 gehört die Bundesschule Bernau mit den Bauhaus-Bauten in Weimar und Dessau zu den UNESCO-Welterbestätten. Heute ist die ehemalige Bundesschule im Besitz der Handwerkskammer Berlin und wird als Internat genutzt. Bei Führungen, die nur nach vorheriger Buchung stattfinden, können sich Interessierte den Meyer-Wittwer-Bau mit Foyer, Aula, Speisesaal, Turnhalle, Seminarräumen und Internatszimmern anschauen.

Und wenn Sie Bernau schon einmal vor einem Besuch virtuell erkunden möchten, dann können Sie das mit dem neuen 360-Grad-Stadtrundgang auf der Internetseite der Stadt unter www.bernau.de in der Rubrik Stadtporträt oder auf der Seite der Bernauer Stadtmarketing GmbH www.best-bernau.de.

Biesenthal mit h

Kaiser-Friedrich-Turm

Aufgepasst! Biesenthal ist nur echt mit dem h im Namen. Denn dieses h garantiert die lange Tradition, auf die Biesenthal zurückschauen kann. Bereits vor 750 Jahren vermerkten die Annalen, dass durch Biesenthal eine Heer- und Handelsstraße nach Berlin führte. Heute verläuft die Straße auf ihrem Weg von den Bayerischen Alpen bis zur Ostsee durch Biesenthal und auch der Radfernweg Berlin – Usedom. Ein längerer Stopp lohnt sich allemal. Allein der imposante Fachwerkbau des Rathauses aus dem Jahr 1760 (damals wütete der Siebenjährige Krieg!) ist ein Hingucker. Sogar eine Schwarze Küche ist dort erhalten. Ein paar Schritte entfernt signalisiert ein Reetdach, dass hier ein noch rund einhundert Jahre älteres Haus steht.

Die Ortsmitte von Biesenthal wird von einer Eiche markiert, die zum 25. Thronjubiläum von Preußenkönig Wilhelm I. (ab 1871 der „alte Kaiser Wilhelm“) gepflanzt wurde. Apropos Kaiser: Ausgerechnet in einer Senke steht der „Kaiser-Friedrich-Turm“. 1907 errichteten die Biesenthaler auf den Resten einer Askanier-Burg einen steinernen Turm, den sie dem Kaiser Friedrich widmeten, der 1888 nur 99 Tage lang regieren konnte, bevor er starb. Zu jener Zeit entstanden anderswo in Deutschland jede Menge Bismarck-Türme. Nachdem das Schicksal des Turms für viele Jahre ungewiss war, steht er nun zwischen April und Oktober zwischen 9 und 19 Uhr für Besucher offen. Nach 81 Stufen bietet sich ein Panorama- Blick über den Ort.

Und was hat Biesenthal noch zu bieten? Da wäre die Wehrmühle, eine bis 1974 voll funktionsfähige Wassermühle. Kurz vor ihrem vollständigen Verfall wurde die neobarocke Fassade des Verwalterhauses konserviert und der Rest durch einen Neubau ersetzt. Sie befindet sich in Privatbesitz. Schließlich wäre da noch das Strandbad Wukensee. Neben glasklarem Wasser und einer Steganlage mit Wasserrutsche und Sprungturm bietet es eine große Liegewiese, einen Spielund Sportplatz. Also, Stopp in Biesenthal!

leftVerlags-
übersicht
Menü
schliessen
right
shoppingzum
Buchshop