Eiszeit in Fürstenwalde und manch Überraschung

Rathaus in direkter Nachbarschaft

Schon von Weitem grüßt der 68 Meter hohe Turm des Doms St. Marien. Er ist das Wahrzeichen der Stadt, denn Fürstenwalde ist eine der zwei Domstädte der Mark Brandenburg. Der Dom stammt aus dem Jahr 1446. Daneben, in der ehemaligen Domschule, hat das Stadtmuseum sein Domizil.

Hier werden 10.000 Jahre Geschichte lebendig. Denn Fürstenwalde war nicht nur Bischofsstadt, sondern auch eine Industrie-, Grenz- und Handelsstadt. Sie erfahren etwas über Raubritter, Leuchttürme, japanisches und Fürstenwalder Bier und einen der bedeutendsten Talerschätze aus dem Dreißigjährigen Krieg. Das Museum Fürstenwalde beherbergt außerdem eine der größten Geschiebe-Sammlungen Europas. Gesteine lagerten sich während der Eiszeiten in Größen vom Sandkorn bis zum tonnenschweren Findling ab. Die Ausstellung „Eiszeit“ im mittelalterlichen Gewölbekeller setzt die Steine in leuchtenden Vitrinen faszinierend in Szene und Sie können selbst Proben am Mikroskop untersuchen. Auch Fossilien geben überraschende Auskünfte: Wer ahnt schon, dass um Fürstenwalde einst Mammuts lebten?

Seit 1511 ziert das Alte Rathaus den Marktplatz. Zwar verlor es seine Verwaltungsaufgabe, gehört aber zu den Stadthighlights. Denn seit 1978 stellen hier in der Kunstgalerie Altes Rathaus vor allem Brandenburger Künstler aus. Jeden Monat findet die Klassikkonzertreihe „Fürstenwalder Musikzyklus“ im Festsaal statt. Die Galerie pflegt auch den Nachlass des Fürstenwalder Malers und Grafikers Gerhard Goßmanns (1912–1994) mit über 7.000 Werken und thematischen Ausstellungen. Viele Fürstenwalder kannten den hochgewachsenen und lebensfrohen Künstler noch persönlich. Wer ihn nicht kennt, hielt bestimmt schon ein von ihm illustriertes Buch in der Hand. So bedeutende Literatur-Klassiker wie Charles Dickens „Große Erwartung“, Miguel de Cervantes „Don Quijote“ oder Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ wurden von Goßmann bebildert. Auf dem Fürstenwalder Marktplatz steht sein Bronzedenkmal.

In die Rauener Berge zu den Markgrafensteinen

Eine Wanderung auf den Spuren von Theodor Fontane anno 1881

Aussichtsturm Rauener Berge © Foto: B. Teichert - FTV

»Und dies ist also der große Stein. War er viel größer als der andre?«
»Nein, ich hab ihn zwar nicht mehr gesehn, aber die Leute sagen es ja.«
»Was?«
»Nu, daß er nich viel größer war… Und so um die zwanziger Jahre rum wurd er in drei Stücke gesprengt, gerad so, wie Sie 'ne Birn in drei Stücke schneiden: links 'ne Backe un rechts 'ne Backe und in der Mitte das Mittelstück. Un aus's Mittelstück haben sie ja nu die große Schale gemacht, die jetzt auf'n Berliner Lustgarten steht, und die linke Backe, das is das Stück, das wir hier sehen, un die rechte Backe, die werd ich Ihnen nachher zeigen.«

Worüber sich Theodor Fontane und sein Kutscher bereits am 7. April 1881 unterhielten, das können Sie sich noch heute anschauen: den Großen und den Kleinen Markgrafenstein in den Rauener Bergen. Die riesigen Findlinge brachten einst die Eiszeit-Gletscher her. Was es nun mit der „linken“ und der „rechten Backe“ auf sich hat, ist schnell erzählt: Im Jahr 1828 kam der preußische Baumeister Friedrich Schinkel auf die Idee, seinen grandiosen Museumsbau am Berliner Lustgarten durch eine riesige Granitschale zu veredeln. Der Große Markgrafenstein sollte hierfür das Material liefern. Für das prächtige Mittelstück wurde der Stein gleich zweimal gespalten – und so ist der Große heute der kleinere Markgrafenstein. Aus der „rechten Backe“ aber wurden ein Tisch und vier Bänke gefertigt, der „steinerne Tisch“, gut für ein Picknick. Auch Fontane hat ihn sich angeschaut.

Also, wandern Sie auf Fontanes Spuren zu den 153 Meter hohen Rauener Bergen. Hier erwartet Sie seit 2011 ein weiteres Highlight: Nur wenige Meter von den Steinen entfernt erhebt sich der fast 40 Meter hohe Aussichtsturm (Turmbesteigung z. Z. 1 Euro Juli und August, jeden Freitag: 9.45 Uhr kleine Stadtführung durch Fürstenwalde, ab 11 Uhr „Orgelmusik zur Marktzeit“ im Dom Fürstenwalde, Treff: Touristinformation, Mühlenstr. 1 weitere Termine Seite 70 mit 1-Euro- und 50-Cent- Münzen). Erklimmen Sie die 200 Stufen des Stahlturms, haben Sie bei guter Sicht von der Plattform einen tollen Blick bis Berlin, zur Riesenhalle von Tropical Islands, nach Fürstenwalde und zum Scharmützelsee.

Starten Sie die 15-Kilometer- Wanderung am Bahnhof Fürstenwalde, bummeln Sie durch die Stadt, laufen Sie über die Altstadtbrücke ans südliche Ufer der Spree und folgen Sie der Ausschilderung grüner Strich auf weißem Grund. Zurück können Sie dann ab Bahnhof Bad Saarow mit dem Zug fahren. Tipp: Passend zu Ihrer Wanderung können Sie in der Touristinfo zuvor telefonisch einen „Wander-Proviantbeutel“ (9,90 Euro) mit Regionalem ordern.

© Foto: Haus des Gastes

Müllrose – ein Schmuckkästchen mit Flair

Auf dem 3-Seen-Weg durch den staatlich anerkannten Erholungsort

Erkunden Sie auf dem 6 Kilometer langen 3-Seen-Weg Sehenswertes von Müllrose und der schönen Umgebung. Der Rundgang startet auf dem historischen Marktplatz nahe der barocken Pfarrkirche und dem Haus des Gastes mit Heimatmuseum und Schlaubetal- Information.

Die ersten Schritte auf dem 3-Seen-Weg führen in Richtung Bahnhof, vorbei an der Müllroser Mühle. Die einstige Wassermühle wird bereits 1275 erwähnt und gilt als ältestes Unternehmen von Müllrose. Auch heute noch wird in der Mühle aus verschiedenen Getreidesorten Mehl produziert. Gegenüber lädt die Seepromenade mit schönem Blick auf den Großen Müllroser See zum Verweilen ein. Weiter geht es entlang der Seeallee bis zum Katharinensee. Um dieses Gewässer rankt sich eine alte Sage über eine hartherzige Schlossherrin, die noch heute auf ihre Erlösung aus den Tiefen des Sees wartet. Durch den Wildwinkel führt der Weg am Verwaltungsgebäude des Amtes Schlaubetal entlang. Gehen Sie die Bahnhofstraße in Richtung Zentrum und biegen Sie kurz vor der Post in den Kohlgartenweg ab. über die Gartenstraße erreichen Sie die Schiffbauerstraße mit dem historischen Feuerwehrgerätehaus und Schlauchturm. Die großen Panoramafenster gestatten einen Blick auf die Ausstellungen zur Müllroser Feuerwehr, den Schiffswerften und der Kanalgeschichte. Hier beginnt auch der 1,6 Kilometer lange Naturerlebnis-Lehrpfad mit Infos über die Tier- und Pflanzenwelt im Naturpark Schlaubetal. Weiter führt die Strecke hinter dem Mittelfriedhof entlang der Kirchhofgasse bis zur Beeskower Straße. Auf dem Rückweg zum Markt kommen Sie vorbei am ältesten Haus und am kleinsten Haus der Stadt Müllrose sowie am Rathaus.

Müllroser Stadtspaziergänge 2019

Müllrose. Wie kommt so ein lieblicher Ort überhaupt zu so einem markanten Namen? Soviel sei verraten: Wohl gehütet und abseits prominenter Entdeckungen offenbart sich den Besuchern ein Kleinod mit einhundertjähriger Tradition als Erholungsziel. Spazieren Sie mit unseren Stadtführern zu historischen Orten der über 750-jährigen Stadtgeschichte und werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen.

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