© SFoto: Florian Läufer/Schlaubetal

Frühlingserwachen im Schlaubetal

Wer sich auf eine Frühjahrswanderung durch das Schlaubetal begibt, ist schnell umfangen von der Stille, in die sich diese märchenhafte Landschaft hüllt. Auf einer Länge von 25 Kilometern wird so manches Naturschauspiel vom sanften Flüstern der Schlaube begleitet. Mit etwas Glück trifft man auf das blühende Knabenkraut, den flüchtenden Bachflohkrebs oder kann den scheuen Flug des Eisvogels verfolgen. Gern nehmen wir Sie mit auf eine geführte Bachflüstertour und organisieren für Gruppen ab 8 Teilnehmern Ihren Tagesausflug, wann immer Sie mögen.

Eröffnungswanderung Ausflugslinie Schlaubetal

1. Mai 2019: Tag für Ein- und Aussteiger

Mit dem Zug (RE1) von Berlin nach Jacobsdorf. Dort startet um 11.05 Uhr die Ausflugslinie A400 und bringt Sie über das lieblich charmante Müllrose bis zur Bremsdorfer Mühle. Von dort führt Sie Wanderleiterin Marion Jäckel entlang maikühler Talebenen und frühlingsschlummernder Wiesen zu den Kieselwitzer Teichen. Nach kurzer Rast mit „Fischers Happen“ wandern Sie am Kesselfließ vorbei zur Schlaubemühle. Hier entscheiden Sie nach Lust und Laune, ob Sie mit der Ausflugslinie (16.58 Uhr) zurückfahren oder dem Wanderweg weiter bis zum artenreichen Wirchensee folgen. Wer müde Beine, aber lange noch nicht genug vom Bachtal hat, kann in einem der am Wege liegenden Hotels und Pensionen dem nächtlichen Ruf des Fischadlers lauschen und die Entdeckungsreise am nächsten Morgen fortsetzen.

Der Klang aus dem Schrank

Familienradtour: von Müllrose nach Beeskow

Tourleiterin Martina Oltersorf weiß, wo Musik aus der Kiste kommt und Töne zum Ereignis werden. Die kinderfreundliche Radpartie mit dem eigenen Rad führt auf asphaltierten Radwegen tempogerecht zum Museum für selbstspielende Musikinstrumente auf der Burg Beeskow. Unterwegs gibt es Spannendes wie die Ragower Mühle und die Wiesen an der Spree, an deren Ufer sich große und kleine Entdecker bei Kuchen und Kaffee stärken können.

© Foto: Florian Läufer

„Wie eine Insel im Strom der Zeit“

Kloster Neuzelle – ein Barockwunder in Brandenburg

Die Klosteranlage im Erholungsort Neuzelle ist eine der wenigen vollständig erhaltenen Zeugnisse zisterziensischer Baukunst in atemberaubender üppigkeit. Vor über 750 Jahren stiftete Heinrich der Erlauchte Markgraf von Meißen den Zisterziensermönchen ein Kloster. über viele Jahrhunderte schufen sie ein barockes Gesamtkunstwerk, das heute liebevoll „Barockwunder“ genannt wird. Schon aus der Ferne ist der über 70 Meter hohe Glockenturm zu sehen, der leuchtend gelb über das Land strahlt.

In den letzten Jahren wurde das Kloster aufwendig restauriert und Museen eingerichtet, die Einblicke in das Leben der Mönche geben. Die Ausstellung „Wie eine Insel im Strom der Zeit“ im Kreuzgang erzählt über die Entwicklung des Klosters. Im Museum „Himmlisches Theater“ können Besucher die weltweit einmaligen Kulissenbilder der Neuzeller Passionsdarstellung bewundern. Beeindruckend sind die unterschiedlichen Baustile, die im Kloster Neuzelle ineinander verschmelzen. Anno 1817 gab es eine entscheidende Wende für die Entwicklung der Region. Das Kloster wurde aufgelöst und alle Besitztümer fielen an den preußischen Staat.

Neuzelle aber bleibt eine katholische Enklave im evangelischen Brandenburg. Nach 200 Jahren nun kehren die Zisterziensermönche an den Ort ihres alten Wirkens zurück und gründeten im September 2018 das neue Kloster. Besucher sind herzlich eingeladen, auf Erkundungstour zu gehen und das Kloster Neuzelle als spirituellen und lebendigen Ort zu erleben.

Die kleine Mönchstour

Neuzelle ist auch ein guter Ausgangspunkt für Radtouren durch Dörfer, deren Geschichte eng mit dem Kloster verbunden ist – Räder hält die Besucherinformation Neuzelle bereit (Anmeldung empfohlen). Da die Mönche in Neuzelle wirtschaftlich unabhängig sein wollten, brauchten sie eigene Einnahmen. So wurden Deiche in die Oderniederung gesetzt, Mühlen errichtet, Teiche angestaut, Weinberge angelegt und Wirtschaftshöfe gebaut. Damit prägten die Neuzeller Mönche die Region maßgeblich mit.

Die 39 Kilometer lange Rundtour beginnt am Kloster Neuzelle und führt zuerst zum Oder-Neiße-Radweg. Am alten Schifferdorf Ratzdorf fließt die Neiße in die Oder. Auf einer Landzunge steht das „Kreuz der Begegnung“ als Zeichen des friedlichen Miteinanders. Im Ort selbst lädt die denkmalgeschützte Radfahrerkirche zum Ausruhen ein. Wahrzeichen ist das Pegelhaus mit dem Rekordstand von 6,88 Meter beim Jahrhunderthochwasser 1997. Um Ratzdorf und Coschen gibt es viele alte Friedhöfe und steinerne Zeitzeugen. Auf dem alten Friedhof von Breslack stehen noch Grabsteine von 1892. Wellmitz gehörte seit 1268 zum Gründungsbesitz des Klosters Neuzelle. Der bekannteste Abt des Klosters, Martinus Graff, wurde als Sohn eines Schäfers in Wellmitz geboren. Sehenswert sind die Backsteinkirche von 1854 und vier Sühnekreuze auf dem Kirchplatz. Nun führt die kleine Mönchstour hinauf auf die eiszeitlich geprägte Lieberoser Hochfläche. Mit etwas Glück lassen sich bei der Tour Störche und Rehe beobachten. Einen schönen Kontrast zu den tischebenen Auen bildet das Dorchetal mit seinen tiefen Einschnitten. Das Wasser der Dorche trieb hier einst viele Mühlen an. Die Schwerzkoer Mühle von 1420 ist die letzte funktionstüchtige am Dorchebach. Stillgelegt und restauriert können Besucher heute das alte Sägewerk wieder besichtigen.

Ein grenzenloser Radweg

Es ist nicht sehr lange her, da war der Begriff Oder-Neiße stark politisch aufgeladen. Es ging um die Frage: „Wo ist Deutschlands Ostgrenze?“. Im vereinten Europa stehen die beiden Flussnamen für ein riesiges Erlebnis-Potenzial, das durch den 630 Kilometer langen Oder- Neiße-Radweg erschlossen wird. Er reicht von der Neißequelle in Tschechien und endet in Ahlbeck an der Grenze zu Polen. Er verbindet Kulturen, interessante Städte und schützenswerte Landschaften. In Etappen zwischen 30 und 75 Kilometern unterteilt, lässt sich der Radfernweg bequem in 13 Tagen absolvieren und es bleibt genügend Zeit für Städtebummel, Kanutouren oder ein paar Abstecher, zum Beispiel auf die polnische Seite der beiden Flüsse.

Höhepunkte der Tour sind die Altstadt von Görlitz mit ihren historischen Bauten, der sich über beide Seiten der Grenzen erstreckende Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, die Grenzstädte Guben, Frankfurt (Oder) und Schwedt, der Nationalpark Unteres Odertal und die Ostsee-Insel Usedom. Und warum sollte nicht Zeit für einen Abstecher in die polnische Hafenstadt Stettin bleiben? Der Oder-Neiße-Radweg verläuft zum großen Teil auf Deichkronen und bietet damit fantastische Ausblicke über die Landschaft.

www.oderneisse-radweg.de

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