Krabat-Mühle, © Foto: Daniel Reiche

Im Geiste Meister Krabats

W duchu mištra Krabata

Geschichten von Zauberern standen schon immer hoch im Kurs. Aber warum ins ferne England oder die Weiten von Mittelerde schweifen, auch in der Lausitz, im kleinen Ort Schwarzkollm, treffen gute Magier auf ihre Wider­sacher. Hier folgte einst Krabat als Betteljunge dem Ruf des Schwarzen Müllers und ließ sich in die magischen Künste einweihen. Nachdem er den Pakt mit dem Bösen brach, nutzte er seine Zauberkräfte, um die Not der Bauern zu lindern.

Heute lebt der Geist der sorbischen Sagengestalt Krabat in Schwarzkollm wieder auf und hat aus dem einst finste­ren Müller sogar einen der Guten ge­macht. Neu erweckt wurde er von einem Verein, der initiativreich und mit Hilfe freireisender Wandergesellen die Schwarze Mühle nach historischen Vorbildern aufbaute. Teilweise wurden sogar originale Bauten in der Region genutzt und an den neuen Standort versetzt. Der Mühle mit dem riesigen Wasserrad sieht man nicht an, dass sie erst 9 Jahre alt ist.

Der schwarze Müller

Bei Ihrer Ankunft stehen Sie inmitten des großen Hofes vor Gesindehaus, Mühlenturm und Mühlen­scheune. So können Sie sich das Umfeld eines reichen Müllers im 17. Jahr­hundert vorstellen. Und oh Wunder! Kein heimliches Entrinnen ist möglich: Der Pfad durch den Koselbruch bringt Sie wie in der Sage immer wieder zur Schwarzen Mühle zurück. Macht aber nichts! Der schwarze Müller „haust“ zwar in der Mühle, doch droht keine Gefahr, außer die, sich in der Bauernstube bei köstlichen sorbischen Plinsen zu verlieren oder zu viel vom außergewöhnlichen schwarzen Eis zu naschen.

Stante pede fort will hier niemand. Der schwarze Müller verzaubert auch heute seine Besucher, aber nicht etwa in Raben und Schweine, wie in der Sage, sondern in gebannte und amü­sierte Zuhörer. Gut ausgerüs­tet ist er, sogar mit dem Koraktor, dem verschollen geglaubten Zauberbuch. Von Zaubersymbolen aus alter Zeit erfährt man ebenso, wie vom wahren historischen Hintergrund der Krabat-Sage. Denn einen tatsächlichen Krabat hat es einmal gegeben. Lassen Sie sich überraschen!

Die schwarze Mühle

In der schwarzen Mühle werden sorbische Traditionen gepflegt. Das fängt an bei den Gerichten des Mühlenrestaurants wie die Sorbische Hochzeitssuppe, Rindfleisch mit Meerrettich, Pellkartoffeln mit Quark und Lausitzer Leinöl, geröstete Buchweizengrütze, Plinsen, und geht weiter mit altem Handwerk, wie Sie es beispielsweise auf Anfrage in der Spinnstube erlernen können.

Die Krabat-Mühle zieht jedes Jahr Besucher aus dem In- und Ausland nach Schwarzkollm. Lassen auch Sie sich von magischen Kräften anstecken!

© Foto: Carolin von Prondzinsky/Paddeltour

Der wilde Osten

Tierische Erlebnisse in den Naturlandschaften Brandenburgs

Eisvögel, Wasserbüffel, Lachmöwen, Kraniche, Biber, Otter und Co. haben in Brandenburg ihr Refugium. In den Nationalen Naturlandschaften können Sie die Vielfalt der Natur entdecken – zu Fuß, mit dem Rad oder per Kanu. Entschleunigen, eintauchen in die Stille der Landschaft, Tiere beobachten, Orchideen am Weg entdecken – nur wenige Kilometer vom Großstadtlärm Berlins entfernt. Hier sind unsere Ausflugstipps.

Paddeltouren zu Eisvogel & Co.

Beliebt im Biosphärenreservat Spreewald sind die geführten Paddeltouren mit Rangern der Naturwacht. Neben den Touren in Schlepzig und Burg gibt es in diesem Jahr erstmals auch eine geführte Tour in die Umgebung von Lübbenau. Dabei können die Paddler scheue Tierarten beobachten, besondere Pflanzen entdecken und viel Interessantes zum Biosphärenreservat und zur Naturwacht erfahren. Auf der Beobachtungsliste stehen „Meister Bockert“, der Biber, und der „fliegende Diamant“, der Eisvogel, sowie die echte Brunnenkresse, der Froschbiss und die Krebsschere. Die letzten beiden klingen gefährlich, sind aber harmlose Wasserpflanzen. Die Brunnenkresse ist eine vorzügliche Salatbeigabe und reich an Vitamin C. Alle drei kommen in der Natur aber eher selten vor. Und der Eisvogel? Während viele der schillernden Vögel in strengen Wintern verhungern, weil die Fließe zufrieren, konnten sie in diesem Winter durchgängig kleine Fische fangen. Dem einen Leid, dem anderen Freud: Dank der Stürme in letzter Zeit finden die „Spreewälder Eisvögel“ auch beste Nistplätze bei ihrer Balz im Frühjahr. Die Wurzelteller umgestürzter Bäume sind ideal für ihre Brutröhren. Dies ist vor allem im Oberspreewald wichtig. Hier sind die Eisvögel stärker auf Wurzelteller zum Nisten angewiesen als im Unterspreewald, wo natürliche Abbruchkanten an den Gewässern noch häufiger vorkommen und genutzt werden können.

© Foto: Naturpark Dahme-Heideseen/Büffel

In Storkow sind die Büffel sind los

„Konrad“ und seine 30 Weibchen und Kälbchen sind eine echte Attraktion im Naturpark Dahme-Heideseen. Die Storkower Wasserbüffel weiden von Mai bis Oktober auf den Wiesen am Wochowsee und auf den 14 Hektar weiten Burgwiesen hinter der Burg Storkow. Bis in die 1990er Jahre wurden die Burgwiesen noch gemäht. Dann wuchsen die Wiesen mit Schilf zu, denn maschinelle Pflege scheiterte am feuchten Untergrund. Mit der Ansiedlung von Wasserbüffeln aber kann die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren erhalten werden, ohne die Biotope trockenzulegen. Die Büffel fressen selektiv, das heißt, einige Flächen werden bevorzugt beweidet, auf anderen bleiben Pflanzen stehen. Dadurch können sich verschiedene Vögel ansiedeln. Storkow hofft auch, den Storch, das Wappentier der Stadt, hier wieder in größerer Zahl zurückzuholen. Denn durch die Fußtritte der Büffel entstehen Mulden, die sich mit Wasser füllen. Dort wiederum siedeln sich Würmer, Insekten, Frösche und Echsen an, die ganz oben auf dem Speiseplan des Storchs stehen.

Wasserbüffel sind friedlich, sehr empfindsam, aber auch eigenwillig mit ausgeprägtem Charakter. Auf fremde Personen und Reize reagieren sie neugierig bis furchtsam, ihr Vertrauen muss man sich erst erarbeiten. Dieses belohnen sie dann aber mit dauerhafter Freundschaft. Wer mehr über Büffel erfahren möchte, kann im Besucherzentrum des Naturparks auf der Burg Storkow eine geführte Wanderung buchen und die neugierige Wasserbüffel-Familie und ihr artenreiches Zuhause aus nächster Nähe kennenlernen.

© Foto: Frank Kuba/Eisvogel

Verstecktes Kleinod: Der Lehrpfad am Planfließ

Über das Zusammenspiel von Natur und Geschichte erzählt der 5 Kilometer lange Rund-Lehrpfad Planfließ im Naturpark Schlaubetal. Elf Thementafeln verraten interessante Details über das Bachtal, das seinen Namen einer ehemaligen Pferdewaldweide, dem sogenannten Pferdeplan, verdankt. Vom Quellgebiet bis zur Mündung überwindet das Planfließ auf nur ca. 6 Kilometern einen Höhenunterschied von fast 40 Metern. Deshalb hat sich das Planfließ stark in das Gelände eingeschnitten und mäandert auf seinem Weg bis zur Mündung in den Großen Treppelsee. Die Mäander, also die Flussbögen, wurden teilweise abgeschnitten. So bildeten sich Altarme und Feuchtgebiete, in denen seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten eine Heimat fanden. Die Menschen nutzten das Gefälle des Planfließes z.B. für eine Schneidemühle, die jedoch im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Mönche des Klos­ters Neuzelle schufen ein ausgeklügeltes Wassernetz mit Fischteichen, die die Ernährung sicherten. Zur Fastenzeit stand vorrangig Fisch auf dem Speiseplan, aber auch Biber und Sumpfschildkröten, denn diese wurden ebenfalls zu den Fischen gerechnet. Die Fischteiche wurden bis Anfang der 1990er Jahre genutzt. Die Naturparkverwaltung erhält diese Biotope durch gezielte Wasserregulation, um vielen Rote-Liste-Arten den Lebensraum zu sichern wie dem Breitblättrigen Knabenkraut, einer Orchideenart, die im Mai blüht, oder Fisch- und Seeadler. Auch Otter und Biber trifft man heute wieder im Naturpark Schlaubetal an.

Wer mit dem Pkw auf der B 246 anreist, kann das Auto auf den ausgeschilderten Parkplätzen bei der Bremsdorfer Mühle abstellen und loslaufen. Der Lehrpfad verläuft teilweise auf dem zertifizierten „Schlaubetal -Wanderweg“ entlang des Großen Treppelsees sowie auf befestigten Waldwegen.

© Foto: Ralf Donat/Grasfrösche

Ran an die Sensen!

Tier- und Pflanzenarten, die ihr Vorkommen in unserer Region früheren Formen der Landnutzung verdanken, sind vielfach „Highlights“ des Naturschutzes wie beispielsweise Orchideenarten, aber auch der Weißstorch. Diese Arten sind von behutsamer Grünlandnutzung abhängig. Besonders auf Feuchtwiesen aber kann schwere landwirtschaftliche Technik nicht oder nur nach einer Entwässerung eingesetzt werden. Heute sind diese Lebensräume oft verschwunden, weil sie entwässert und zerstört wurden oder weil die Nutzung aufgegeben wurde und die Flächen nun verbuschen. Eine Alternative ist die Weidehaltung von Tieren, die die Wiesen kurz halten. Doch nicht alle Flächen können durch Beweidung erhalten und gepflegt werden. Vielfach ist eine naturverträgliche Mahd unumgänglich. Und zwar ganz traditionell mit der Sense! Um an diese alte Technik zu erinnern und Einwohner und Gäste für das Handsensen zu begeistern, findet am Sonnabend, dem 23. Juni 2018, die 1. Naturpark Sensenmeisterschaft statt. An diesem Landschaftspflegewettbewerb kann jeder teilnehmen, ob Anfänger oder Profi.

Treffpunkt: 23. Juni, 9.30 Uhr, Naturpark-Besucherzentrum „Schweizer Haus“, Lindenstraße 33, 15377 Buckow
Infos und Anmeldung: Sandro Knick, Naturparkverwaltung, Tel. (03 34 33) 158 53, sandro.knick[at]lfu.brandenburg.de

© Foto: Hoffmann/Weide

Froschkonzert und Kranichrast

Besonders reizvoll im Naturpark sind die Gewässer – hier lassen sich das ganze Jahr über gute Beobachtungen machen.

An den Fischteichen bei Brenitz und Buchwäldchen-Muckwar gibt es im Frühjahr und Frühsommer eindrucksvolle Froschkonzerte, unterstützt vom Chorgesang unzähliger Singvögel. Später surren farbenfrohe Libellen in akrobatischen Paarungsflügen über die Wasserfläche, während sich im Wasser schon der Amphibiennachwuchs tummelt. Im Herbst nächtigen rastende Kraniche und Gänse auf den Gewässern. In den Lugkteich bei Brenitz kehren Silberreiher und Singschwäne auch im Winter regelmäßig zum Schlafen ein. Bei Schnee und Matsch lassen sich am Ufer oft Spuren des Fischotters entdecken.

Auf dem Stoßdorfer See bei Egsdorf ist es im Frühjahr besonders stimmungsvoll. Dann ist die Insel die größte Vogelkinderstube des Naturparks: Tausende Lachmöwen ziehen hier ihre Jungen groß und verteidigen sie spektakulär gegen Angriffe von Räubern aus der Luft. Möwenarten vom Schwarzen Meer und der Ostsee, aus Süd- und Osteuropa brüten hier ebenso wie Graugänse und verschiedene Entenarten, Kormorane und Haubentaucher. Vom gegenüberliegenden Westufer ist das mit einem starken Fernglas gut zu beobachten.

Am Borcheltsee bei Freesdorf und am Schlabendorfer See ist ab dem Spätsommer Hochsaison: Wenn tausende Kraniche und nordische Gänse in der Luckauer Region rasten, fallen sie allabendlich mit großem Spektakel in diese Gewässer ein, um im flachen Wasser zu übernachten. Das lockt oft Seeadler an – in der Hoffnung auf ein fettes Gänsemahl.

Touren-Tipps
5. Mai: Stimmen in der Morgendämmerung – Vogelstimmenwanderung im Park Sonnewalde
23./24. Juni: Glühwürmchen-Tour, Schlosspark Fürstlich Drehna Sept. immer Do–So ca. 18–20 Uhr: Kraniche und Gänse beobachten, Heinz Sielmann Natur-Erlebniszentrum Wanninchen

© Foto: Jutta Wegener/Bläuling

Schnucken gucken

Die märchenhaften Traubeneichenwälder mit den offenen Heideflächen sind ein faszinierendes Ausflugsziel. Von August bis September blüht auf etwa 450 Hektar Offenland im Naturschutzgebiet „Forsthaus Prösa“ die Besenheide. Damit das so bleibt, zieht eine Heidschnuckenherde durch das Gebiet und verbeißt Gräser und junge Baumtriebe. Als alte Haustierrasse zeichnet sich diese Schafrasse durch große Genügsamkeit, geringe Krankheitsanfälligkeit und gute Trittsicherheit aus. Die Tiere bewegen sich bei der Nahrungsaufnahme sehr viel. Dadurch ist das Fleisch fettarm und dunkel und so auch für Diätkost geeignet. Der Geschmack ist aufgrund ihrer Ernährung wildähnlich und nicht mit anderem Schaffleisch vergleichbar. Mit dem Ranger erleben Sie die Heidewelt hautnah. Mit etwas Glück können Sie vielleicht auch Auerhühner erspähen.

Treff: 1. Sept., 10 Uhr am Naturparkhaus Bad Liebenwerda
Ablauf: 6-stündige Fahrt mit Kleinbussen, mehrere kleinere Wanderungen (je 2–4 km)
Anmeldung: bis 30. August 2018

Tel. (03 53 41) 101 92 oder

heidelandschaft[at]naturwacht.de

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