Blick auf die Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde

Wege ins Glück in Bad Freienwalde

Im Märkischen Bergwanderpark geht es hoch hinaus

Im Mai wird er feierlich eröffnet, der Märkische Bergwanderpark. Auf seinen 15 Kilometern vereint er 14 Erlebnisstationen und verschiedene ausgewiesene Wanderwege wie den Fontaneweg oder den Turmwanderweg. Allen Wegen gemeinsam ist: Sie führen ins Glück – sei es beim Gipfelstürmen angesichts plötzlicher Weitblicke, beim gesunden Kneipptreten und Tiefdurchatmen oder dank eines frischen Trunkes aus der Kurfürstenquelle.

Schattige Laubwälder, weiche Wiesen, Waldseen, Berghänge, an denen im Frühjahr die selten gewordenen Adonisröschen weithin leuchten, frische Luft, Stille – hier ist gut Atemschöpfen und bei sich selbst ankommen.

„Alpine Tour“ und „Turm-Diplom“

Dem Brandenburger Wanderer mag es als ein Leichtes erscheinen, 15 Kilometer in einer Tour zu nehmen. So weit reicht die ausgebaute Strecke des Bergwanderparks Bad Freienwalde. Aber die von der Eiszeit geformte Landschaft wartet mit hier erstaunlichen Höhenzügen auf. Auch gibt es so viel zu erleben, dass der Besucher gut daran tut, sich kleinere Etappen zu wählen – wie die „Alpine Tour“, die über 9 Kilometer vom Bahnhof Falkenberg über Kammweg, Bismarckturm, Watzmann, Talweg und zurück zum Bahnhof Falkenberg führt. Für eine genüssliche Rast sorgen Restaurants an der Strecke wie die Carlsburg Falkenberg. Wer bei der Erwähnung des Watzmanns stutzt, sei beruhigt: Nein, hier wird niemand 800 Kilometer weit gen Süden geschickt, auch Bad Freienwalde hat einen Watzmann. Ein stattlicher 1.062er immerhin, in Dezimetern gemessen. Ihn schmückt ein Gipfelkreuz, und seinen Namen erhielt der Märkische Watzmann bereits vor über 120 Jahren von bayrischen Landsknechten, die sich auf der Burg Malchow verdingt hatten. Wo diese Burg einst stand, erhebt sich heute ein anderes markantes Bauwerk, der Bismarckturm. Im Jahr 1895 zu Ehren Bismarcks errichtet, entschädigt das Gemäuer die Mühen des Aufstiegs über rund 100 hölzerne Stufen mit einem einzigartigen Blick über die Hügel und Schluchten der Oberbarnimer Berge. Es gibt auch ein Diplom für diejenigen Wanderer, die alle vier Aussichts­türme im Bergwanderpark bestiegen haben.

Die rundherum erbauliche Kultur-Tour

Die Kultur-Tour „Auf Fontanes Spuren“ ist kurzweilig und facettenreich. Vom Bahnhof Bad Freienwalde führt der Weg über die Weinbergstraße am Schloss und Schlosspark vorüber zum Haus der Naturpflege. Es lädt Besucher ein, verschiedene Modelle ökologischer Lebensweise kennenzulernen. Weiter geht es zur Konzerthalle und über den Markt zurück zum Bahnhof. Die Tour verbindet, wie der Name schon sagt, Stadtgeschichte, Kulturstandorte und Naturerleben. Bereits Theodor Fontane schrieb: „Wessen Auge krank geworden in Licht und Staub und all dem Blendwerk großer Städte, der wird hier Genesung feiern und dies Grün begrüßen, wie ein Durstiger einen Quell begrüßt.“ Das ist bis heute so.

Gesund und Aktiv

Zuletzt wurde der Bergwanderpark um einige heilsame Erlebnis­orte rings um den Kurpark ergänzt. Wer mag, gönnt sich ausgehend vom Bahnhof Bad Freienwalde eine Tageswanderung mit allerlei Kuranwendungen, um erfrischt bis zum Ausgang des Bergwander­parks in Altranft weiterzuwandern. Insgesamt umfasst die Tour ca. 8 Kilometer und führt auf den Bergkämmen mit Blick auf Bad Freienwalde durch herrliche Natur bis hinunter ins Oderbruch. Die geologische Schaustelle erzählt dem Wanderer en passant von der eiszeitlichen Geschichte der Gegend. Bei der Kurfürstenquelle sollte man seine Wasserflaschen mit Heilwasser auffüllen. Gleich nebenan tut die längste Kneippstrecke Brandenburgs den Wanderfüßen und der Wandererseele gut. Es gibt einen Ort des Atemschöpfens, wo zu kleinen meditativen Atemübungen eingeladen wird. Auch der Klang der Stille ist hier zu finden – für Überraschungen ist also gesorgt.

Wer in Altranft noch Zeit hat bis zur Zugabfahrt, dem sei das dortige Oderbruch Museum mit seinen wechselnden Ausstellungen zur Geschichte des Oderbruches empfohlen. Weitere Tourentipps und Infos erhalten Sie in der Touristen Information Bad Freienwalde.

Der Alte Fritz und die Randwirtschaft

Radtour und Theaterbesuch im wildromantischen Oderbruch

Als der Alte Fritz jung war, hätte es ihm gewiss gefallen, das Theater am Rand in Zollbrücke. Es ist eine kluge Herzensangelegenheit, ein mutiges Projekt und wird 2018 schon 20 Jahre alt.

Freier Blick vom Rande her

Am Anfang gab es Theaterspiel in der guten Stube. Schließlich entstand ein Theaterhaus auf der grünen Wiese, das aus der Landschaft gewachsen zu sein scheint. Nichts ist gerade, eckig, kantig. Das Freie und Randständige wird hier zum Thema gemacht. Vom Rand her sieht man bisweilen klarer und hat den Blick über den Tellerrand frei. So ist auch das Theater: widerständig und lebendig, wie die Natur des Oderbruches.

Großprojekt des Alten Fritz

Die Natur allerdings musste sich vom Alten Fritz einiges gefallen lassen. Urbar hat er das einst wilde und sumpfige Oderbruch gemacht. Dank seiner und der anpackenden Landleute kann heute hier Landwirtschaft und Randwirtschaft betrieben und auch Theater gespielt werden. Die hier empfohlene Radtour „Auf den Spuren des Alten Fritz“ lässt sich gut mit dem Spielplan des Theaters kombinieren und macht zugleich das Oderbruch erfahrbar. Vom Bahnhof Seelow-Gusow geht es 40 Kilometer über Letschin, Neutrebbin, Neulewin nach Zollbrücke direkt an der Oder.

Letschin war zwar schon im Mittelalter ein funktionierendes Gemeinwesen, litt aber unter den Überschwemmungen der Oderauen. Fritz sei Dank, so sagten sich die Bürger im Jahr 1905, konnten sie nach Flussbegradigung und Trockenlegung mit Zuckerrüben ihr Glück machen. Und sie errichteten dem Fritz ein Denkmal wie für die Ewigkeit. Neutrebbin verdankt sogar seine Existenz ganz der Urbarmachung. 1755 entstand hier ein Kolonistendorf. Fachwerkhäuser, Schinkelkirche und wieder ein Denkmal verweisen auf diese Historie. In Altlewin lädt das Gasthaus „Zum alten Fritz“ zu einer Rast ein. Und Neulitzegöricke war überhaupt die erste Kolonistensiedlung im Oderbruch. Von hier sind es grad noch 3,7 Kilometer bis Zollbrücke.

Abendprogramm am Rand

Um eine Vorstellung im Theater am Rand zu besuchen, empfiehlt sich vor der Tour ein Blick auf die Homepage. Jetzt wird auch klar, dass es sich bei der Randwirtschaft um das zur Spielstätte gehörende Restaurant handelt, wo regio­nale und internationale Küche angeboten wird. Das Theater genießt mit seiner einzigartigen Form des Erzähltheaters, den Konzerten und Lesungen hohes künstlerisches Ansehen. Neben den Erfolgsstücken gibt es im Jubiläumsjahr auch Neues zu sehen, nach dem Motto: „Nur wer sich verändert, bleibt sich treu.“ Auf der Homepage werden für das „Schlafen am Rand“ Gastgeber empfohlen. So lässt sich ein Tag Natur­ erleben und Geschichtskenntnis mit guter Kunst und einem behaglichen Schlafplatz am Rande des Landes abrunden.

Heimwärts über die Alte Oder

Auf zur letzten Etappe der Tour, Richtung Wriezen. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte einen Abstecher nach Altreetz machen. Der Oderbruchzoo beherbergt neben Thüringer Zwergziegen auch australische Kängurus und noch viele weitere Vierbeiner. In Wriezen trifft man auf die Wriezener Alte Oder. Sie war einst Teil des Hauptstromes der Oder. Das Ufer ist idyllisch und das vom Alten Fritz gezähmte Gewässer ist ein Paradies für Wasservögel. Die Tour „Auf den Spuren des Alten Fritz“ endet hier. Die Bahn bringt die Radwanderer entspannt wieder Richtung Berlin.

Haus der Naturpflege

Ein üppiges Gartenparadies mit über tausend Pflanzenarten erwartet Sie auf dem Boasberg von Bad Freienwalde. Den Grundstein für den Schau- und Lehrgarten legten Kurt Kretschmann (*1914 †2007), Erfinder des Naturschutzzeichen mit der Waldohreule, und seine Frau Erna (*1912 †2001). Die Kretschmanns lebten im Einklang mit der Natur, sammelten Pflanzen und gaben Gewächsen aus drei Kontinenten eine neue Heimat. Sie wohnten im Blockhaus, das heute über das Lebenswerk der beiden Gründer dieses Hauses der Naturpflege berichtet. Den Blick weit ins Oderbruch hinein fing Kurt Kretschmann mit einem hölzernen Aussichtsturm ein. Baufällig geworden, wich er dem 13 Meter hohen Eulenturm. Auf dem Gelände entstand auch eine Bildungsstätte des Natur- und Umweltschutzes, die sich für ökologischen Gartenbau engagiert. Das Gästehaus bietet Ausstellungen und Künstlerisches sowie Vorträge zum naturnahen Gärtnern, zu Umwelt-, Medizin- und literarischen Themen.

Inmitten der Blütenpracht lassen sich u.a. Wildkräuter, ein Mulchgarten, Wildbienen und Hummeln erkunden. Für Kinder gibt es Programme zur Umweltbildung und spannende Geburtstagsfeiern – als Naturforscher-, Indianer- oder Feenfest. Tipps 2018

Klasse Klima für Kreativität

Gerhart-Hauptmann-Stadt Erkner feiert 20. Jubiläum

Wer hätte gedacht, dass Erkner erst seit 20 Jahren das Stadtrecht besitzt? Wo am Bahnhof eine Tafel den Ort als „die Wiege des Kunstoffzeitalters“ ausweist, wo der berühmte Klavierhersteller Carl Bechstein seine Sommer verbrachte, wo gar der Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann zur Schriftstellerei fand? Das alles ohne Stadtrecht. Als sollte dieses Manko ganz schnell getilgt werden, erhielt Erkner als erstes Gemeinwesen der neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung das Stadtrecht. Es wurde auch Zeit! Andererseits: Zum Glück ist ein Stadtrecht längst nicht mehr so wichtig wie im Mittelalter, als erst eine Stadt das Marktrecht besaß, Zölle erheben durfte und sich von der Obrigkeit nicht mehr alles sagen lassen musste.

Für Erkner ist das 20. Stadtjubiläum jedenfalls Grund genug für eine zünftige Feier im Rahmen des alljährlichen Stadtfestes. Und am liebsten feiern die Erkneraner, indem sie auf ihre langen Traditionen verweisen. Da treten sie zum Festumzug am 2. Juni alle an: die ersten Siedler, die Friedrich der Große ins Land holte, die Figuren aus Hauptmanns Erzählungen und die Gelehrten, die hier ein günstiges Klima für ihre Kreativität vorfanden. Ist es ein Zufall, dass mit der Stadt auch die Bibliothek Jubiläum feiert? Die allerdings wird bereits 125 Jahre alt und ist damit die älteste im Landkreis Oder-Spree.

Apropos „günstiges Klima“. Erkner mit seinen zwei großen und mehreren kleinen Seen sowie Spree und Löcknitz ist nicht nur eine wasserreiche Stadt, sondern liegt auch inmitten von Wald und Wiesen. Nach ein paar Minuten Wanderung ist man hier weit weg von der Zivilisation und dem Alltagsstress. Es bieten sich an: eine Wandertour rund um den Flakensee, 10 Kilometer lang mit Besuch des Woltersdorfer Aussichtsturms, eine Tour entlang der Löcknitz auf einem Teil des Wanderlehrpfads bis zum Bahnhof Fangschleuse oder eine Radtour rund um den Müggelsee, 40 Kilometer lang.

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