Felder bei Hohenbrück

Störche, Sterne, Seeidylle

Gemeinde Märkische Heide: ankommen und runterschalten

Märkische was? Ach so – Heide. Das klingt nach Weite. Nach Wiesen, Wald und winzigen Dörfern. Die 17 Ortsteile der Gemeinde Märkische Heide liegen beschaulich-träge in der Sonne. Sie nehmen den Groß Leuthener See in ihre Mitte. Ach ja, der See. Der Strand mit Terrassencafé in Groß Leuthen am Westufer des Sees ist ein lauschiges Plätzchen an warmen Tagen. Etwas nördlicher schmiegt sich der Campingplatz Eurocamp Spreewaldtor in die Landschaft. Viel größer noch und genauso idyllisch ist der Neuendorfer See.

Auf halber Strecke liegt Pretschen, ein kleines Dorf zwischen Kiefern und Korn. In der Landbäckerei wird der Teig für das Brot noch mit den Händen geknetet. Die elf Brotsorten werden mit Natursauerteig gelockert, Zusatzstoffe und Backmittel haben hier nichts zu suchen. Die Blechkuchen mit Obst, das frisch aus dem Garten kommt, mit Quark, Mohn oder als Bienenstich duften einfach verführerisch. Das einstige Rittergut von Pretschen ist heute ein Biobetrieb mit über 270 Milchkühen, einer Handvoll Sattelschweinen und riesigem Bio-Gewächshaus. Hier reifen Tomaten, Feldsalat, Salatgurken und Chicorée für den Naturkostfachhandel. Auf den Feldern wächst das Futter für die Kühe und nun auch braune Tellerlinsen. Das Beste von hier kann man gern mit nach Hause nehmen. Der Hofladen auf dem historischen Gutshof mitten im Ort hat an drei Wochentagen geöffnet.

Durch Pretschen führt der beliebte Gurkenradweg und bringt die Radler rasch zu den Kahnfährhäfen nach Schlepzig oder Lübben. Unterwegs stolzieren Störche über die Wiesen und Felder und halten Ausschau nach Fröschen, Mäusen und Insekten. Meister Adebar scheint es hier zu gefallen – zum Beispiel in Biebersdorf, Krugau und Kuschkow zieht er seine Jungen groß. Übernachten lässt es sich in Pretschen zum Beispiel gut in der hübsch sanierten Fachwerkscheune aus der Zeit um 1800 oder in der Pension Döring. Im Gasthaus nebenan werden regionale Speisen wie spreewaldtypische Fischgerichte serviert. Beliebt nicht nur bei den Kids ist das Eis, das sie sich nach dem Toben auf dem neuen Spielplatz mit großem Kletter­turm, Hängebrücke, Doppelschaukel und Matschtisch schmecken lassen. An warmen Abenden sitzt es sich sehr nett im Garten des Gasthauses beim Bier oder Wein zum Schwatzen und Sternegucken.

Märkische Heide – wie schön!

Erholen zwischen Feuer und Wasser

Wer sie kennt, weiß ihre Weite und die reiche Flora und Fauna an ihren Ufern zu schätzen: die Peitzer Teiche sind weiß Gott keine kleinen Wassermulden. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden sie zum Schutz der Peitzer Festung angelegt und entfalten bis heute guten Nutzen für die Fischzucht.

Das Gasthaus „Schillebold“ liegt am Ufer des nur einen Meter tiefen und 1.000 ha weiten Gewässers und damit direkt an der Quelle fangfrischen Fisches, von dem hier köstliche Gerichte zubereitet werden. „Schillebold“ heißt übrigens Libelle. Wo kommt aber nun das Feuer her? In der Frühzeit der Industrialisierung wurde hier ein Hüttenwerk errichtet, auf dessen Areal sich das Gasthaus befindet. Nebenan steht der einzige erhaltene Hochofen, voll funktionsfähig, und kann besichtigt werden.

Wo früher hartes Eisen weich „gekocht“ wurde, können sich heute Alltagsstress und Anspannung in Wohlgefallen auflösen. Die Zimmer im „Schillebold“ sind mit Dusche/WC, Flachbild-TV und kostenlosem WLAN ausgestattet. Das Restaurant ist bekannt für seine Spreewälder Spezialitäten. Auf der Terrasse mit Blick über die Teichlandschaft lässt’s sich aushalten. Das leise Rauschen des Wassers, frische Luft und ein gutes Glas Wein – ein Fest für die Sinne. Wer mit dem Rad auf dem Gurkenradweg, dem Fürst-Pückler-Radweg oder dem Spreeradweg unterwegs ist und hier eine Rast einlegen möchte, tankt gern im Biergarten auf. Das „Schillebold“ ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge mit Fahrrad, Paddelboot, Kahn oder Kremser.

© Foto: Hans Bach/SFPM

Zu Besuch beim „Grünen Fürsten“

Fürst Pückler in Schloss und Park Branitz

„Wer mich ganz kennenlernen will, muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz.”

Er war nicht nur ein genialer Garten­künstler, sondern machte auch als Reiseschriftsteller, geistreicher Gesellschafter und Weltreisender von sich reden – Hermann Fürst von Pückler-Muskau (*1785 †1871). Nach dem Verkauf der Standesherrschaft Muskau 1845 ließ sich Pückler auf seinem Branitzer Familienbesitz nieder. Hier in der Nähe von Cottbus entstand bis 1888 sein „Meisterwerk“ der Garten­kunst: der Branitzer Park. Diesen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild plante der „Grüne Fürst“ als eine Inszenierung seiner Lebensreise. Höhepunkt des Parks sind die einzigartigen Pyramiden, die Pückler als Erinnerung an seine mehrjährige Orient­reise errichtete. Im Schloss spiegeln die Wohnräume und Salons mit ihrer teilweise erhaltenen Originalausstattung den extravaganten Lebensstil des einstigen Schlossherren wider. Vom festlichen barocken Musikzimmer bis zu den Orientzimmern erhalten Besucher Einblicke in die aristokratische Lebenswelt des Fürsten

„Ein Park muss wie eine Gemäldegalerie sein, alle paar Schritte soll man ein neues Bild sehen.”

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