Die Bockwindmühle von Bamme

Auf dem Mühlenberg in Bamme – auf halbem Weg zwischen den Bahnhöfen Nennhausen und Rathenow – erhebt sich stolz die Bockwindmühle in schickem hellen Holzgewand und mit neuen Flügeln. 1334 erstmals urkundlich erwähnt, ist sie wohl die älteste erhaltene Bockwindmühle in der Mark Brandenburg. Jetzt wurde das arg in die Jahre gekommene Wahrzeichen von Bamme komplett saniert. Dort soll künftig zu Schauzwecken wieder Korn gemahlen werden und als Museum für das alte Müllerhandwerk dienen.

Jahrhundertelang wurde in der Bammer Mühle mit Windkraft Getreide zu Mehl gemahlen. Dafür drehte der Müller die Bockwindmühle in den Wind. Als Elektromotoren in Mode kamen, hatten die Mühlenflügel ausgedient. 1931 wurde die Mühle stillgelegt. Der Wirbelsturm „Kyrill“ 2007 spielte ihr übel mit und riss die Flügel ab.

Die Gemeinde Nennhausen als Eigentümerin und der Förderverein setzten sich für die Sanierung der denkmalgeschützten Mühle ein und konnten dank Fördermitteln das historische Bauwerk von Grund auf erneuern. Wer möchte, kann sich am Deutschen Mühlentag, der immer Pfingstmontag – in diesem Jahr am 10. Juni – stattfindet, die Mühle ansehen oder nach vorheriger Absprache gern auch eine Führung buchen.

Anreise: Nach Nennhausen fährt der RE4 aus Berlin in Richtung Rathenow. Nehmen Sie das Rad mit, denn bis nach Bamme sind es noch ca. 6 km mit dem Rad über Gräningen.

Förderverein Bockwindmühle Bamme e.V.
Brandenburger Str. 3, 14715 Bamme
Cornelia Großmann, Tel. (033 85) 50 53 19
info[at]landhandel-grossmann.de

Amt Nennhausen
Fouqué-Platz 3, 14715 Nennhausen
Tel. (03 38 78) 64 90
info[at]amt-nennhausen.de
www.amt-nennhausen.de

Optik made in Rathenow

Ein Bummel durch die Stadt an der Havel

© Foto: U. Nickel/Alter Hafen

Rathenow nennt sich „Stadt der Optik“ – und das aus gutem Grund, denn Johann Heinrich August Duncker begründete hier 1801 die optische Industrie in Deutschland. Eigentlich hatte der Rathenower Theologie studiert, doch seine Leidenschaft gehörte der Optik. Die bemerkenswerte Industriegeschichte erzählen das Optik Industrie Museum im Kulturzentrum und der Optikpark (geöffnet ab 21. April 2019) mit dem Leuchtturm im Havelarm. Denn auch der 12,4 Meter hohe Turm hat viel mit Optik – sprich Linsen – zu tun. Eine Riesenbrille, die Skulptur „Lichtbogen“, das größte Brachymedial- Fernrohr der Welt, in Rathenow begegnen Ihnen an vielen Plätzen optische Gegenstände und Phänomene und machen einen Bummel kurzweilig und spannend.

Gleich am Bahnhof treffen Sie auf den berühmtesten Sohn der Stadt – hier wird Duncker mit einer Bronzebüste geehrt, auch der Platz wurde nach ihm benannt. Gut einen Kilometer sind es auf der Bahnhof- und der Berliner Straße zum Kulturzentrum der Stadt am Märkischen Platz. Unter seinem Dach können Sie sich im Optik Industrie Museum über 1.000 Exponate – von der kleinen Linse im Mikroskop bis zur riesigen Leuchtfeuerlinse – anschauen. Hier ist auch die von Duncker entwickelte und patentierte, handbetriebene Vielschleifmaschine zu sehen, die 11 Gläser für Lupen, Mikroskope und Brillen gleichzeitig präzise schleifen konnte. Gehen Sie weiter auf der Berliner Straße, die an der Stadtschleuse erst zur Steinstraße und dann zum Schwedendamm wird, vorbei am Kurfürstendenkmal und der imposanten St. Marien-Andreas- Kirche, sehen Sie am Eingang zum Optikpark den Leuchtturm, der einst in Warnemünde stand. Nach der Neugestaltung des dortigen Hafens nicht mehr benötigt, holten engagierte Bürger den Leuchtturm in ihre Stadt, denn die Linse stammt von einer Rathenower Firma. Bummeln Sie durch den elf Hektar großen Optikpark und genießen Sie die klingenden Farbräume, blühenden Gartenstrahlen, Blumen und Stauden, optischen Phänomene, den Karpfenteich mit Weltzeituhr und eine Floßfahrt auf dem Havelarm. Im Optikpark steht auch das größte Brachymedial-Fernrohr. Ein Rathenower Ingenieur hat es von 1949 bis 1953 in Privatinitiative errichtet.

Brücke zum Weinberg

Laufen Sie unbedingt über die preisgekrönte Weinbergbrücke, die sich in weiten Bögen über zwei Havelarme schwingt. Sie bringt Sie zum Weinberg, einer schönen Park- und Waldlandschaft zum Spazierengehen und Entspannen. Auf der Kuppe des Weinbergs steht der Bismarckturm, der 1914 zu Ehren des Reichskanzlers eingeweiht wurde. Was kaum jemand weiß – Otto Fürst von Bismarcks politische Karriere begann in Rathenow. Den 32 Meter hohen Turm können Sie während der Optikpark-Saison besteigen, 90 Stufen führen hinauf zu einer wundervollen Aussicht. Zurück zum Bahnhof geht es über die Straße Am Körgraben und die Schopenhauerstraße.

leftVerlags-
übersicht
Menü
schliessen
right
shoppingzum
Buchshop