Modelleisenbahn Spur 0

Die andere Welt des Spielens

Das Spielzeugmuseum in Kleßen zeigt Kinderträume von einst

Autos aus Blech, Tiere aus Papiermaché und feinstes Puppengeschirr aus Porzellan ließen Kinderherzen einst höher schlagen. Das Spielzeugmuseum in der alten Dorfschule in Kleßen präsentiert in sieben Räumen historisches Spielzeug und lädt ein zum vergnüglichen Exkurs in die Zeit der Großeltern und Urgroßeltern. Das Museum gehört zum privaten Gutshaus- Ensemble zwischen Kirche und Herrenhaus.

Die Ausstellung zeigt die privaten Sammlungen zweier Berliner aus 200 Jahren deutscher Spielzeugindustrie: Puppen und Plüschtiere, Holz- und Blechspielzeug, Autos und Eisenbahnen, Baukästen aus Metall, Stein und Holz, Zinnfiguren und Ritterburgen, Tierfiguren und Bauernhöfe, Spiele … und natürlich das gute alte Kasperletheater. Für die älteren Besucher ist es ein vergnüglicher Ausflug in ihre Kindheit und für die jüngeren ein überraschendes Erlebnis nach dem Motto „Ach, damit kann man spielen?“

Selbst die Älteren aber wissen kaum, dass viele Exponate im nahen Brandenburg an der Havel ihre Wiege hatten. So gehörte z.B. die Spielzeugfabrik von E. P. Lehmann im 19. Jahrhundert zu den größten in Deutschland. Hier wurde vor allem mechanisches Blechspielzeug gefertigt, das Kinder in aller Welt erfreute. Ein Highlight im Kleßener Spielzeugmuseum ist die Modelleisenbahn-Anlage Modellauto Modelleisenbahn Spur 0 der Spur 0 mit sechs Güter- und sieben Personenzügen – vom Nachbau des „Fliegenden Hamburger“ über den berühmten Orient Express bis zum „Schienenzeppelin“, der in echt bei seiner Rekordfahrt am 21. Juni 1931 eine Spitzengeschwindigkeit von 203,2 km/h erreichte. Jeden zweiten Samstag im Monat ist Eisenbahnfahrtag. Dann können Eisenbahnfans die über 80 Jahre alten Bahnen selbst rangieren.

Entspannen im Märkischen

Gutsgarten Nach dem Museumsbesuch lohnt gleich nebenan ein Spaziergang durch den Märkischen Gutsgarten am Schloss, ein Kleinod der Gartenkunst mit Heckengärten und farblich gestalteten Staudenpflanzungen – ein Vergnügen zu jeder Jahreszeit.

Eine Sensation vor 30 Jahren: Landung auf dem Acker

Schönheitskur für „Lady Agnes“

Im Heck des Flugzeugs können sich Paare standesamtlich trauen lassen.

Als die ausrangierte IL 62 der DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG am 23. Oktober 1989 von Berlin-Schönefeld im havelländischen Stölln landete, war das eine Sensation! Denn eigentlich benötigte das Flugzeug eine Betonpiste von 2.500 Metern, hatte auf dem ältesten Flugplatz der Welt in Stölln aber nur eine holprige Landebahn von 860 Metern. Genau 30 Jahre ist das jetzt her. Bis heute ist die Landung einmalig in der Welt und brachte der Crew mit Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde.

Seit dieser spektakulären Landung besuchen jedes Jahr fast 25.000 Gäste die Ausstellung in Stölln und besichtigen die IL 62 „Lady Agnes“. Benannt wurde das Flugzeug nach der Ehefrau des Flugpioniers Otto Lilienthal, der vom nahen Gollenberg seine ersten Flugversuche wagte. Doch die „Lady“ war in die Jahre gekommen und der Lack ab. Jetzt konnte die IL-62 dank Spenden und Fördermitteln generalüberholt werden, bekam neue Farbe, eine Elektroanlage mit LED, Fensterdichtungen und einen schicken Fußboden. Auch das Standesamt im Heck des Flugzeugs wurde modernisiert. Denn als Highlight können sich Paare seit 1991 an diesem ungewöhnlichen Ort trauen lassen. Bisher wurden 950 Ehen in der alten Dame geschlossen, inklusive Fotos im Cockpit und auf den Tragflächen.

Von März bis Oktober kann die schicke Lady mit ihrer Ausstellung über die Geschichte der DDR-Fluggesellschaft nun wieder besichtigt werden. Und das spannende 20-Minuten-Video mit der sensationellen Landung vor 30 Jahren im bequemen Flugzeugsessel krönt den Ausflug nach Stölln.

Kolonistenhof Großderschau – da biste platt!

Wie wurde eigentlich Butter gemacht? Wozu braucht man eine Egge? Was heißt dengeln und seilern? Im Kolonistenhof Großderschau wird altes Handwerk wieder lebendig. Das Museum zeigt, wie Preußenkönig Friedrich II. das Brachland in Dossebruch und Rhinluch urbar machen ließ und dafür Siedler ins Land holte. Vom harten Leben der Kolonisten berichten die bäuerlichen und landwirtschaftlichen Geräte in der Freiluftausstellung.

Vor allem für Familien mit Kindern ist Großderschau eine super Ausflugsidee, denn im Kolonistenhof erhalten sie Einblicke in den dörflichen Alltag von einst, erleben Schulgeschichte und lernen die Butterakademie des Königs kennen. In der Saison wird alle 14 Tage freitags knuspriges Brot im Lehmbackofen gebacken. Leckere Produkte aus der Region hält der Hofladen bereit. Große Familien, die sich hier treffen, Gruppen oder Vereine können nach Anmeldung einen spannenden Tag erleben – z.B. mit Führung durch das Museum, Buttern im Stampffass, Kaffee und frischem Bauernkuchen aus dem Lehmbackofen und dazu gern Geschichten auf Platt. Denn in Großderschau wird seit über 30 Jahren auch die plattdeutsche Sprache gepflegt, die im Havelland einmal weit verbreitet war. Im Kolonistenhof trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat um 14 Uhr der „Plattdeutsche Zirkel“, um Geschichten, Gedichte und Alltägliches auf Plattdeutsch zu hören, zu sprechen und damit zu bewahren. Interessierte Gäste sind herzlich willkommen.

Die Arbeitsschürze De Warpschört
Denk ich an meine Kinderzeit, Denk ick an miene Kinnertied,
dann kommt mir viel in den Sinn … denn kümmt mi völ in´m Sinn …
Da gab es noch so manches Ding, Dar gäw dat noch so mannig Ding,
das man heute nicht mehr findet. dat hüt kann´n nich mihr finn.
Die Arbeitsschürze für die Frauen De Warpschört fäör de Fruenslüd
war damals gar nicht schlecht, Weer daortomaol nich schlecht,
ohne diese konnten sie keine Arbeit tun, aon er kunn´se keen Arbeit don,
da kamen sie nicht zurecht. dao kem´n se nich torecht.
Die Schürze war breit und streifig bunt, De Schört weer breet un strippig bunt,
wurde um die Taille gebunden. wurd um de Talj umbunn.
Sie reichte fast bis auf die Erde Se reckte fast bett up de Er
und viel hat Platz darin gefunden. Un väöl hadd Platz in funn.
Damit konnte man Holz und Kartoffeln holen Dao kunn´n met Holt un Tüffeln holn
und Eier aus dem Nest, Un Eier ut´n Nest,
zum Tischabwischen war sie gut, to´n Dischaffwischen weer se god,
und als Topflappen zu gebrauchen. ok Pottlappen weern´s west.
Als Handtuch tat sie ihren Dienst Ass Handdook dä se eren Denst
und Hände konnte man darunter wärmen, Un Hänn´kunn´n unner wärm´n
und wenn es mal gar nicht anders ging, Un wenn´t maol gaor nich anners ging,
konnte sie auch ein Taschentuch sein. kunn´s ok´n Näsdook werrn.
Sie war nicht immer rein, nein, Se weer nich alltid rein wäst, nä,
doch kam Besuch vorbei, doch kem Besuch enns lang,
so steckte man schnell die Zipfel hoch denn steekéns rasch de Zippeln hoch
und die Schürze war kurz und sauber. un de Schört weer kort un blank !
Margitta Mielke Margitta Mielke
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