Naturpark Westhavelland: eine Radfahreridylle

Wasser, weite Niederungen, waldreiche Erhebungen und kleine märkische Orte geben dem Naturpark Westhavelland zwischen Brandenburg an der Havel, Friesack und Neustadt/ Dosse ein unverwechselbares Gesicht. Diese weite, flache Landschaft eignet sich bestens zum Radfahren.

Als Ausgangspunkt für gleich zwei Radtouren empfiehlt sich am südlichen Rand des Naturparks die Stadt Brandenburg an der Havel, die bequem mit der Bahn zu erreichen ist. Richtung Norden fahren die Radler auf dem Havel- Radweg, einem der schönsten Flussradwege Brandenburgs. Es geht durch die Niederungslandschaft der Unteren Havel bis Rathenow oder Havelberg, vorbei an blühenden Wiesen, durch idyllische Haveldörfer und vielleicht mit einer ornithologischen Kostbarkeit wie Fischadler oder Milan hoch am Himmel. Der Havel-Radweg führt durch das beschauliche Milow direkt am NaturparkZentrum vorbei.

Sind Fische wirklich stumm? Wieviel Haare hat ein Otter? Was passiert bei der Renaturierung eines Flusses? Hier gibt es Antworten auf viele Fragen. Hingucker ist das Sternenzelt. Dunkelheit umhüllt die Besucher, nachtaktive Tiere sind zu hören und an der Decke leuchten Sternenbilder. Die Jüngsten können am Havellauf Baumeister spielen, eine Wolfsspur stempeln oder am Forschertisch basteln. Ein Shop bietet Naturprodukte der Region.

Östlich der Stadt Brandenburg empfiehlt sich der Storchenradweg rund um den Beetzsee. Besonders schön ist diese Tour im Frühjahr. In fast jedem Dorf ist hier im Sommer auch ein Storchenpaar zu Hause. Lohnenswerte Haltepunkte sind das Domstiftsgut Mötzow, das je nach Saison frischen Spargel, Erdbeeren oder Blaubeeren anbietet, die Schwedenlinde in Brielow und die Bockwindmühle in Ketzür. Wer sich die Natur geführt erradeln möchte, nutzt die Angebote der Naturwacht und der Natur- und Landschaftsführer im Naturpark.

NaturparkZentrum in Milow
Stremmestr. 10, 14715 Milower Land
Tel. (033 86) 21 12 27
npz[at]nabu-westhavelland.de
www.nabu-westhavelland.de
Geöffnet: April–Okt. tgl. 10–17 Uhr,
Mi geschl.; Nov.–März Do–So 10–16 Uhr,
Führungen auf Anfrage möglich


Naturwacht Westhavelland

Tel. (03 38 72) 700 25
westhavelland[at]naturwacht.de

Was bitte macht ein Stellmacher?

Auf spannender Museumstour in der Gemeinde Kloster Lehnin

Die Gemeinde Kloster Lehnin mit ihren Ortsteilen und liebevoll gestalteten Museen lädt ein, uraltes Handwerk zu entdecken, das älteste Kloster des Zisterzienserordens in der Mark Brandenburg zu besichtigen und einen Adligen kennenzulernen, der seiner Zeit weit voraus war.

Stellmachermuseum

An ein fast vergessenes Handwerk erinnert das Stellmachermuseum
in Damsdorf. Auch als Wagnerei bekannt, wurden hier einst Räder,
Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz hergestellt.
Das private Museum beherbergt hunderte Werkzeuge, Maschinen
und hölzerne Gebrauchsgegenstände. Bei einem Rundgang erfahren
die Besucher auch Interessantes über holzschädigende Pilze und
Insekten.

Backofenmuseum Emstal

Früher wurde in nahezu jedem Ort gebacken. Historische Lehmbacköfen, von denen heute nur noch wenige in Betrieb sind, finden sich mitten auf dem Dorfanger. Engagierte Bürger betreiben in Emstal dieses alte Handwerk weiter, zeigen nebenan im einzigen Museum dieser Art in Brandenburg historische Geräte, Backutensilien und geben einen Einblicke in diese uralte dörfliche Tradition.

Heimatmuseum im Dreiseitenhof Grebs

Im historischen Dreiseitenhof in Grebs wird das ländliche Leben im
19. und 20. Jahrhundert dargestellt – mit landwirtschaftlichen Geräten,
Produktionstechniken und Alltagsgegenständen zwischen 1870
und 1950. Fahrradmodelle, Holzpantinen aus der über 100 Jahre alten
Herstellung in Grebs oder ein klassisch gedeckter Tisch verraten
viel über das dörfliche Leben.

Rochow-Museum Reckahn

Schloss Reckahn (1729) zeigt im Rochow-Museum die Ausstellung „Vernunft
fürs Volk“. Die Exposition im Erdgeschoss mit seltenen Originalen, Ton- und
Bildinszenierungen verbindet das Reformwerk von Friedrich Eberhard von
Rochow mit den Themen Aufklärung, Toleranz, Bildung und Ökonomie. Im
Obergeschoss finden Sonderausstellungen, Konzerte, Events und standesamtliche
Trauungen statt. Ein Café lädt am Wochenende zum Verweilen ein.

Schulmuseum Reckahn Schulmuseum Reckahn

Bereits 1773 ließ von Rochow auf eigene Kosten eine Schule errichten. Der reformpädagogische und menschenfreundliche Unterricht machte sie zum Muster
aller Volksschulen. Das Schulhaus war im 19. Jahrhundert Vorbild der zweiklassigen
Landschule in Preußen. Seit 1992 gibt das Schulmuseum Einblicke in die regionale Schulgeschichte bis 1996. Herzstück ist der Klassenraum mit 24 Plätzen, Lehrerpult und Unterrichtsmaterialien aus der Zeit um 1915. Gruppen können eine historische Schulstunde erleben und sich in Schönschreiben üben.

Zisterziensermuseum Kloster Lehnin

Das Leben im einstigen Zisterzienserkloster war geprägt von „ora et labora“, vom „Beten und Arbeiten“. Im barocken Amtshaus von 1696 erzählt das Museum die Geschichte des Klosters Lehnin, das anno 1180 durch den Askanier Otto I. gegründet wurde. Es war Hauskloster und Grablege der askanischen und hohenzollerischen Markgrafen und Kurfürsten. Nach der Reformation verfiel das Kloster und wurde im 19. Jahrhundert wiederaufgebaut. So präsentiert sich die imposante Klosterkirche in norddeutscher Backsteinarchitektur. Seit mehr als 100 Jahren befindet sich hier auch eine diakonische Einrichtung.

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