Potsdam. Geschichten lauschen. Kultur erleben.

Potsdam ist eine Stadt zum Innehalten. Zum Atmen. Zum Entschleunigen. Man lauscht Kultur, die Geschichten von gestern erzählt, und entdeckt Ecken, die nach Morgen aussehen. Lassen Sie sich nieder im einladenden Ziegelrot des Holländischen Viertels oder am Ufer des Havelblaus. Spüren Sie die Magie des Wassers oder lassen Sie sich vom Dampfschlepper Gustav über die Wellen tragen. Entdecken Sie Potsdam von einer anderen Seite. Historische Sichtachsen – neue Perspektiven. So schmeckt das Leben in Brandenburg, so genießt man Potsdam.

Lassen Sie sich inspirieren von vier verschiedenen Routen in und um Potsdam. Ob zu Fuß durch die historische Innenstadt oder mit dem Rad entlang der Havelufer – begegnen Sie Potsdam aus immer neuen Perspektiven. Beim 4,5 Kilometer langen Spaziergang für Entdecker ab Potsdam Hauptbahnhof lernen Sie u.a. die Freundschaftsinsel kennen, laufen über den rekonstruierten Alten Markt mit Museum Barberini, Landtag und Nikolai­kirche und streifen durch das Holländische Viertel. Die Radtour Alter Fritz führt Sie auf 16 Kilometern zu den schönsten Schlössern und Gärten Potsdams wie Schloss Charlottenhof, Neues Palais, Schloss Sanssouci, Schloss Cecilienhof. Bei der 13 Kilo­meter langen Panorama-Radtour entdecken Sie u.a. ein Meis­terwerk des Gartenkünstlers Fürst von Pückler-Muskau – den Park Babelsberg mit seinen Wasserspielen. Und bei der Radpartie ins Blaue geht es 20 Kilometer um den schönen Templiner See mit Abstecher zum berühmten Sommerhaus Albert Einsteins und zum Schloss Caputh.

© Foto: Holger Schöne

Im hohen Norden Potsdams

Michael Hellwig empfiehlt einen Ausflug mit Tram und Wanderschuh

Waren Sie schon länger nicht mehr im Potsdamer Norden? Vielleicht haben Sie es bis zum Volkspark geschafft, um bei der Feuerwerker-Sinfonie dabei zu sein. Aber noch weiter? Es kann ja sein, Sie fahren vom Potsdamer Hauptbahnhof aus mit der Tram 96 in die Innenstadt. Bleiben Sie doch einfach mal sitzen und besuchen Sie den hohen Norden der Stadt. Ich verspreche Ihnen ein besonderes Erlebnis. Damit Ihnen ein Sitzplatz sicher ist, setzen wir von der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH besonders auf dieser Linie unsere XL-Wagen ein.

Die Bahn verlässt die Innenstadt durch das Nauener Tor und fährt dann am Stadthaus vorbei. Der Oberbürger­meister und seine über 2.000 Angestellten sorgen hier dafür, dass Potsdam funktioniert. Einschließlich der Nahverkehr. Dann fahren Sie durch die Puschkinallee. Links geht es scheinbar durch Russland (Blockhäuser der Kolonie Alexandrowka), rechts durch Italien (Villen im Toskana-Stil). So ist Potsdam! Wenn die Bahn ein Stück durch den Wald fährt, sind Sie noch nicht am Ziel. Der stark gewachsene Campus Fachhochschule und die Wohnquartiere entlang der Georg-Hermann-Allee sind deutliche Zeichen für Potsdams Wachstum.

Neue Strecke – neue Ziele

Wo seit der BUGA 2001 die Tramstrecke endete, vollführt die Bahn jetzt eine scharfe Biege in Richtung der Roten Kasernen. In den Nachmittagsstunden lässt sie die Sonne besonders rot erstrahlen. Wieder eine Kurve und die Tram hat sich in die Nedlitzer Straße eingefädelt. Auf eigener Trasse fährt sie unabhängig vom Autoverkehr. Das Gelände lässt erahnen, dass sich hier in den kommenden Jahren noch einiges tut. Rund 11.000 Potsdamer werden hier ihr Zuhause haben. Dann ist die neue Endhaltestelle Campus Jungfernsee erreicht: Haltestellen für An- und Abfahrt, zum Umsteigen von Tram in Bus und umgekehrt, Abstellflächen für die Pausen und Parkplätze für all jene, die sich die Fahrt mit dem Auto in die Innenstadt ersparen wollen.

Wanderung am Jungfernsee

Nun lade ich Sie ein, mich auf einer Wanderung am Ufer des Jungfernsees zu begleiten. Wir suchen uns zunächst einen Weg, der in der Verlängerung der Haltestelle in Richtung See führt. Links das Innovations-Center des Software-Unternehmens SAP. Hier arbeiten an Hightech-Produkten rund 150 Forscher aus 20 Ländern. Rechts ein Gelände, in dem bald Kräne das Bild beherrschen. Der Uferweg ist nicht zu verfehlen, wir folgen ihm nach rechts. Der erste Eindruck: die Weite der Havellandschaft.

Und siehe da, die Villa Jacobs stimmt uns ein in das „preußische Arkadien“, das unsere Tour prägt. Das Haus ist ein originalgetreuer Nachbau der ersten Turmvilla des Baumeisters Persius. Nach ihrem Vorbild entstanden noch viele Villen im italienischen Stil in Potsdam. Es folgen weitere unter Denkmalschutz stehende Gebäude, die noch nicht alle wieder im ursprünglichen Zustand sind. Immerhin bewegen wir uns im ehemaligen Grenzgebiet, im Niemandsland zwischen Mauer und Seeufer. Ein Wachturm erinnert an einen Grenzübergang für die Binnenschifffahrt zwischen den Westberliner und Potsdamer Gewässern. Ein ansehnliches Anwesen ist die Villa Mendelssohn Bartholdy, erbaut von einem Enkel des bekannten Komponisten. Und schon haben wir die Meierei im Neuen Garten erreicht. Hier ist Halbzeit unserer Tour und beste Gelegenheit für eine Rast auf der Terrasse der Ausflugsgaststätte.

Ab jetzt: Weltkulturerbe

Von nun ab folgen wir dem Mauerweg am Seeufer entlang. Wir begegnen Parkarchitekturen, wie sie Ende des 18. Jahrhunderts Mode waren: eine künstliche Grotte und ein Borkenhaus, die „Einsiedelei“. Achten Sie auf eine Schneise durch die Parklandschaft. Von hier aus sehen Sie auf der einen Seite das Marmorpalais und auf der anderen das Weiße Schloss auf der Pfaueninsel. Bald hat unser Weg einen Straßennamen: Schwanenallee. Wieder erwartet uns ein architektonisches Unikum – die im norwegischen Stil gezimmerte Matrosenstation aus der Zeit des letzten Kaisers.

Das nächste Ziel ist die Glienicker Brücke. Sie ist ein wichtiges Verbindungsstück zwischen Potsdam und Berlin, sie ist aber auch ein exzellenter Aussichtspunkt in die zum Weltkultuerbe gehörende Havellandschaft. Zu sehen sind Schloss Babelsberg, der Park Glienicke, die Heilandskirche und das Belvedere auf dem Pfingstberg. Und wieder haben Sie eine Endhaltestelle der Straßenbahn erreicht, die Station Glienicker Brücke an der Linie 93. Seitdem es in Potsdam Straßenbahnen gibt – Pferdebahnen schon seit 1880 –, führt eine Linie vom Alten Markt hierher. Nicht weit entfernt, an der Berliner Straße, befand sich das erste Depot des Verkehrsunternehmens. Steigen Sie in die Tram 93, sind Sie bereits nach 12 Minuten wieder am Potsdamer Hauptbahnhof.

Michael Hellwig, ViP-Marketing

leftVerlags-
übersicht
Menü
schliessen
right
shoppingzum
Buchshop