Der Schatz in der Stiftskirche

Restauratoren entdeckten mittelalterliche Wandmalereien im Kloster Stift zum Heiligengrabe

Es gilt als eines der besterhalte­nen Klöster in Brandenburg und ist zugleich bedeutender kultureller Anziehungspunkt: das 1287 gegründete Kloster Stift zum Heiligengrabe. Besucher können das Ensemble mit Stiftskirche, Kreuzgang und Kapelle auf eigenen Wegen oder bei einer Führung besichtigen. Und immer wieder gibt es Neues zu ent­decken.

So wird seit drei Jahren der Innenraum der Stiftskirche restauriert. Schon im ersten Bauabschnitt trat Spannendes zutage: Sage und schreibe vier übereinanderliegende Wandmalereien aus verschiedenen Epochen kamen unter der weißen Mal- und Putzschicht zum Vorschein: zwei mittelalterliche, eine barocke und eine kaiserzeitliche. Welche sollte künftig sichtbar sein? Die Wahl fiel auf die spätmittel­alterliche Krabbenmalerei mit den aufwendig gestalteten Schlussstein­umrahmungen. Wunderschöne, großflächige Blumenornamente entdeckten die Restauratoren über der ehemaligen Nonnenempore.

Im August 2017 wurde mit der Res­taurierung des zweiten Abschnitts begonnen. Hier steht die Rankenmalerei mit dem zentra­len Mittelmotiv, der mehrfach gestaffelten Rose, im Fokus. Unerwartet stießen die Restauratoren auf bemerkenswerte, spätmittelalterliche Fragmente „figürlicher Wandmalereien“. Ab dem Frühjahr 2018 können Besucher die Stiftskirche in ihren neuen und alten Erscheinungen besuchen. Wie jedes Jahr erklingen in der Stiftskirche in den Sommermonaten Konzerte. Im Ostflügel der Abtei ist die neue historische Dauerausstellung „Vom Nonnenchor zum Damenplatz“ zu sehen, die erst im Mai 2017 wiedereröffnet wurde.

Träume in Meyenburg

Otto von Rohr ist sie zu verdanken, diese märchenhafte Schlossanlage am Südufer der Stepenitz, im Norden der Prignitz. Im 19. Jahrhundert ließ er zwei mittelalterliche Ritterburgen zu einer Anlage im Stil der Neorenaissance umbauen, die bis heute eine nahezu magische Anziehung auf natur- und kulturliebende Ausflügler ausübt.

Das liegt nicht zuletzt an den zwei Schlossmuseen: Während das eine Wissenswertes zur Geschichte der Stadt verrät, präsentiert das in Brandenburg einzigartige Modemuseum auf über 1.000 Quadratmetern Kleider, Schuhe, Dessous, Handtaschen und mehr aus der Zeit von 1900 bis 1970. Verzückungsrufe sind hier keine Seltenheit.

Auch als Kulisse für Hochzeiten ist das Schloss mit eigenem Standesamt und Festsaal beliebt. Nach der Feier kommen die frisch gebackenen Eheleute und ihre Gäste in den geschmackvoll eingerichteten Zimmern des Hotels Germania unter. Das traditionsreiche Haus liegt direkt am Schlosspark, den Hofgärtner Fink Ende des 19. Jahrhunderts im Stil von Lenné gestaltete. Kleine Teiche, Bänke und schmückende Brücken laden zum Träumen ein. Die malerische Lage und Annehmlichkeiten wie die hauseigene Sauna wissen auch naturliebende Ausflügler zu schätzen, die das Hotel Germania als Ausgangspunkt für Touren in die reizvolle Umgebung nutzen. Im Restaurant oder auf der Terrasse genießen die Gäste die regionale Küche mit Blick auf den Schlosspark – und zum krönenden Abschluss des wunderbaren Urlaubstages einen erlesenen Wein. 

© Stephan Höferer/Jungfische

Die Rückkehr der Lachse

Ehrgeiziges Projekt zur Wiederansiedlung der Fische in der Prignitz

Lange gehörten sie zu den Brotfischen der Prignitzer Elbe-Fischer, doch seit Anfang des 20. Jahrhunderts waren Lachse und Meerforellen hier und andernorts verschwunden – verursacht vor allem durch Gewässerverschmutzung und unpassierbare Wehre. Denn der Lachs ist ein Wanderfisch: Er wächst in kleinen Fließgewässern im Binnenland heran und zieht dann ins Meer bis nach Island oder Grönland. Zum Laichen kehrt er zurück in sein Heimatgewässer. Seit 20 Jahren gibt es an der Stepenitz ein Projekt des Instituts für Binnenfischerei Potsdam und des Landesangler­verbands Brandenburg (LAVB) zur Wiederansiedlung der Lachse. Von dessen Mitarbeiter Ulrich Thiel wollten wir wissen:

Wie kriegen Sie die Lachse zurück in die Stepenitz?

Indem zum einen überflüssig gewordene Wehre abgebaut und Fischwege angelegt wurden. Zum anderen setzen wir jedes Jahr im Herbst bis zu 50.000 Jungfische aus.

Woher kommen die Minilachse?

Von einer Anlage in Dänemark, die sich um die Erhaltung der Wildlachse kümmert. Mit einem halben Jahr sind sie groß genug, dass sie in der Stepenitz klarkommen und im Frühjahr abwandern. Die Natur hat es so eingerichtet, dass sie dann silbern schimmern und damit das Tarnkleid der Meere annehmen. Sie verlieren den Drang, sich gegen die Strömung zu wehren und treiben in die Elbe und Nordsee. Hier finden sie dann Nahrung: erst kleine Beutetiere, später Stinte, Sprotten, Heringe und Garnelen, die auch dafür sorgen, dass sich das Fleisch der Lachse rot färbt.

Wann kehren die Fische zurück und wie viele überhaupt?

Sie bleiben meist ein, zwei Winter im Meer. Im Küstenbereich erkennen sie dann durch Geruch- und Geschmackssinn, die noch viel feiner sind als beim Hund, ihren Heimatfluss. Weniger als ein Prozent Rückkehrer konnten wir nachweisen, die wir übrigens an einem kleinen Flossenschnitt erkennen. Es ist also noch ein weiter Weg, bis sich die Lachse in der Stepenitz wieder selbst reproduzieren.

Der Lachs ist, anders als die Meer­forelle, ganzjährig geschont.

Ja, er muss, wenn er zufällig an den Haken geht, wieder zurückgesetzt werden. Als Angler fangen wir ja nicht nur Fische, sondern tragen auch Verantwortung für die Natur. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, dass anspruchsvolle Arten wie der Lachs wieder heimisch werden. Denn wo der Lachs gut zurechtkommt, sind die Gewässer in Ordnung. Davon profitieren auch andere Tiergruppen und, nicht zu vergessen, auch wir Menschen. Finanziert wird das Projekt übrigens zum größten Teil von den Anglern selbst, nämlich aus der Fischereiabgabe, und aus Eigenmitteln des Landesanglerverbandes.

Kann man die Lachse an der Stepenitz beobachten?

Im November und Dezember lassen sie sich z.B. an der Ziegelhofbrücke in Perleberg sehen.

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